Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Gutenberg-Ganztagsschule einen Pädagogischen Tag. Einen halben Sonnabend lang tauschten sich Eltern, Lehrer und Schüler in verschiedenen Arbeitsgruppen miteinander aus.

Wolmirstedt. "Die beiden vergangenen Pädagogischen Tage zeigten, dass wir dabei wunderbar die Sichtweisen der anderen Seiten kennenlernen", resümierte Helmuth Thiel, Leiter der Sekundarschule "Johannes Gutenberg". "In den Arbeitsgruppen kommunizieren wir miteinander, nicht übereinander."

Also gab es am Sonnabend eine dritte Auflage, und die brachte auch ein paar erstaunliche Denkanstöße zutage. "Wir möchten mehr Druck von den Eltern", forderten unter anderem Jeanine Meyer und Luzia Dobrowolny aus der achten Klasse. Sie hatten sich für das Mitwirken in der Arbeitsgruppe "Lehrer-Schüler-Eltern-Verhältnis" entschieden, und alle schrieben ihre Wünsche auf ein Plakat.

Nicht nur die Eltern, sondern auch Lehrerin Ute Moritz verblüffte dieser Wunsch. "Na ja, wir wollen schon den Freiraum haben, dass wir alleine entscheiden, wann wir anfangen zu lernen", relativierten die Mädchen ihre Forderung, "aber wenn wir nicht anfangen, dann sollen uns die Eltern ein bisschen zwingen". Außerdem möchten sie mit ihren Lehrern auch außerhalb des Unterrichts viel unternehmen. "Wir wollen bei unseren Klassenlehrern beide Seiten sehen", sagte Jeanine, "die Lehrerseite und die private". Mit einigen funktioniere das schon sehr gut.

Ebenfalls um die Balance zwischen Vorgaben und Mitbestimmung ging es in der Arbeitsgruppe "Arbeitsgemeinschaften in der Schule". Auch hier wollten die Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter gern einen Weg finden, dass die Schüler sich wirklich nach eigenen Interessen entscheiden und nicht der Freundin zuliebe einen Kurs besuchen, der sie selbst nicht wirklich interessiert. "Vielleicht wäre eine Bewerbung nicht schlecht", sagte Heike Mohr, pädagogische Mitarbeiterin, "dann müssten sich die Kinder wirklich Gedanken über ihre Wünsche machen." Zumal ab der neunten Klasse die Kurse ohnehin die Berufs-orientierung unterstützen sollen.

Ein Markenzeichen der Gutenberg-Schule ist der fächerübergreifende Unterricht. In der Arbeitsgruppe "Lernklima und Lernorganisation" redeten sich Lehrerinnen, Eltern und Schüler die Köpfe über das Finden einer Zeitstruktur heiß. Sie wollten, dass die Wissensvermittlung noch besser ineinander greift.

In der Arbeitsgruppe "Computer" suchten Eltern, Lehrer und Schüler gemeinsam nach Software für die fünften bis zehnten Klassen. "Wir wollen in die genutzten Programme ein bisschen Ordnung hineinbringen", erklärte Helmuth Thiel.

Am Ende des dritten Pädagogischen Tages präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse. Viele Ideen, die innerhalb der Diskussionen zustande kamen, sollen zukünftig in das Schulkonzept einfließen.