Das Festkomitee zur Vorbereitung der 950-Jahr-Feier hat die von der Arbeitsgruppe Festumzug vorgeschlagenen 16 Bilder und die Streckenführung bestätigt. In der letzten Sitzung wurde weiter an der Feinplanung gearbeitet. Professionelle Unterstützung bekommt die AG ab sofort durch Projektmanager Wolfgang Buschner. Außerdem werden dringend weitere Mitwirkende für den Festumzug gesucht.

Barleben. Viele Ideen und Vorschläge von Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die nach der Gründung im Februar durch zahlreiche Vertreter von Vereinen Verstärkung bekam, sind schon so ausgereift, dass man sich das bunte Treiben auf der Straße bereits teilweise bildlich vorstellen kann.

Mit Herzblut sind beispielsweise Heike Hildebrandt und Erich Wehner vom Heimatverein dabei, die Hexenprozesse zu erforschen, um diese im neunten Bild des Festumzuges darzustellen (siehe Infokasten). "Bekannt ist, dass um 1662 die Vertreibung einer Hexe wie ein Volksfest gefeiert wurde. Wir wollen die Frau auf einem Leiterwagen zeigen und ihre Geschichte kurz von einem Bänkelsänger erzählen lassen. Ein Teil der Kostüme ist vorhanden, andere müssen noch angeschafft werden", informiert Heike Hildebrandt. Weil Mitglieder des Heimatvereins unter anderem zum Sachsen-Anhalt-Tag mit diesem Bild Werbung für die 950-Jahr-Feier machen wollen, wird eine vorfristige Projektförderung beantragt.

Klare Vorstellungen gibt es auch schon für den Auftakt des Umzuges. Die Geschichte Barlebens begann 1062 mit der Verleihung der Kaiserurkunde. Die Theatergruppe der Volkssolidarität wird in die Rolle von Heinrich des IV. mit Gefolge schlüpfen und das im ersten Bild darstellen. Die sechste Gruppe im Umzug steht im Zeichen von Jagd und Fischerei, dessen Blütezeit etwa um 1560 begann. Klaus Fischer von der Kreisjägerschaft: "Wir denken an die Mitwirkung von Jagdhornbläsern und Falknern, wollen Jäger und Fischer in historischen Trachten zeigen, vielleicht sogar einen Kahn mitführen, Netzträger mit gefangenen Fischen wäre eine weitere Idee."

Wie Erich Wehner weiß, gibt es auch schon mit einem großen, gewichtigen Barleber einen passenden Warner für Bild sieben. Ziemlich ausgereift ebenfalls die Vorstellungen der vierten Gruppe, welche die Pest um 1350 darstellen wird. Ines Hermann spricht von Schülern, die geschminkt werden, Trommlern, die das schlimme Ereignis ankündigen und Pestärzten, die den Zug begleiten. Der Napoleon-Zeit will der Schützenverein Leben einhauchen und mit der Kanone sehr nachhaltig darauf aufmerksam machen.

Arbeitsgruppenleiter Jörg Meseberg freut sich, dass der Einsatz von Projektverantwortlichen für die einzelnen Bilder bereits erste Früchte trägt. Für andere wichtige Gruppen im historischen Teil aber werden noch Verantwortliche gesucht. So für Bogard von Bardeleben und weitere Adlige oder die Errichtung des Hansenhofes, die Belagerung Magdeburgs durch Tilly, oder den wandernden Taubenturm. Sinnvoll ist, wenn Vereine, Familien oder Freundeskreise so ein Bild übernehmen. Wie Meseberg sagt, werden die Kosten für Kostüme und Requisiten erstattet.

Wer also mithelfen will, der Geschichte des Ortes Beine zu machen, sollte sich in der Gemeinde melden. Außerdem werden jede Menge Mitwirkende für die anderen Bilder, die noch nicht an Vereine vergeben sind, gesucht. Bislang noch nicht im Detail hat die Arbeitsgruppe die Darstellung der Neuzeit besprochen. Dazu setzen die Verantwortlichen ebenfalls auf die vielen Vereine, aber auch auf Betriebe und Institutionen, Schulen und Kindergärten, Vertreter von Handel und Gewerbe.

Da nur noch knapp ein Jahr Zeit bis zum Beginn der ersten Feierlichkeiten zur 950-Jahr-Feier ist, hat sich Barleben mit Wolfgang Buschner einen erfahrenen Mann ins Boot geholt. Seine Firma fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle Arbeitsgruppen und koordiniert Vorbereitung und Durchführung des Festumzuges. In der letzten Sitzung gab er bereits wichtige Hinweise. Sehr schnell müssen jetzt zum Beispiel Kapellen oder Kostümverleiher angefragt werden, da 2011 in der Region mehrere Stadt- und Gemeindejubiläen anstehen.

Die Verantwortlichen schätzen, dass für den Festumzug zwischen 500 und 700 Mitwirkende benötigt werden. Die Strecke wird beginnend ab Lindenallee quer durch den Ort über den Breiteweg bis zum Bahnübergang führen. An der Festtribüne wird ein Herold die jeweiligen Bilder kommentieren.

Verkehrsregelung, Sicherheit, Gästebetreuung und weitere Aufgaben sollen anderen Arbeitsgruppen übertragen werden. Meseberg: "Wir wollen uns darauf konzentrieren, dass wir mit dem Festumzug einen unvergesslichen Abschluss des Jubiläums schaffen." Wer sich im Festumzug einbringen möchte, kann über folgende E-Mail-Adressen den Kontakt suchen:

joerg.meseberg@barleben.de oder mediacompakt@t-online.de