Die Nordverlängerung der Autobahn A14 im Abschnitt Dahlenwarsleben - Colbitz bewegt die Menschen im Landkreis, wird auch lautstark die Ortschaft Mose tangieren. Doch weder die Bürgerinitiative "A14- so nicht", noch die Ortsbürgermeisterin Helga Steinig wollen das hinnehmen, mobilisieren bewusst die gesamte Ortschaft.

Mose. Helga Steinig, Ortsbürgermeisterin von Mose, hofft, dass noch recht viele Bürger ihrem Beispiel folgen und spätestens morgen einen schriftlichen Einwand gegen den Bau der A14 an das Landesverwaltungsamt, Referat Planfeststellungsverfahren, nach Halle schicken. "Was mit unserem Ort geschehen soll, das geht ein ganzes Stück über die berühmte Hutschnur", macht die engagierte Frau ihrem Ärger so richtig Luft. "Es ist doch tatsächlich geplant, die Autobahn A14 in Dammlage in sieben Meter Höhe in einer Entfernung von knapp 500 Metern von der Ortslage entfernt zu bauen. Dagegen müssen wir uns wehren, denn sonst wird Mose zu einer unerträglichen Lärminsel, die von zwei gewaltigen Verkehrsströmen umschlossen wird. Denn falsch ist, was die Unterlagen aussagen, dass unser Ort durch die Verringerung des Verkehrs auf der B189 entlastet wird. Richtig ist, die Bundesstraße wird mit absoluter Sicherheit als Zubringer zur Auf- und Abfahrt für Wolmirstedt übermäßig stark frequentiert."

Helga Steinig sieht sich als Ortsbürgermeisterin aufgrund dessen in der Pflicht, weiß aber die Bürgerinitiative geschlossen hinter sich. Um schließlich als Ort mit einer Stimme zu sprechen, erstellten Raik Wirthgen, Gerald Müller und Helga Steinig gemeinsam ein Musterpapier, "wo wir alle relevanten Einwände der Bürger zusammengetragen und formuliert haben, die eindeutig gegen die A14 sprechen", erläutert die Ortsbürgermeisterin.

Helga Steinig selbst war die erste, die die Einwände zu Papier brachte und bereits vor dem 12. April ihren Einspruch in der Stadtverwaltung in Wolmirstedt abgegeben hat. Denn was nicht nur die Ortsbürgermeisterin ängstlich in die Zukunft blicken lässt, ist die Tatsache, dass neben der zu erwartenden, permanenten Verlärmung, vor allem sehr erhebliche Schadstoffbelastungen auf die Bewohner zukommen. Auf den Punkt gebracht betont sie: "Uns, damit meine ich jeden im Dorf, wird die A14 erhebliche Einbußen in der Lebensqualität bis hin zur physischen und psychischen Schädigung bringen. Nicht zu vergessen die starke Wertminderung, die unsere Grundstücke erfahren werden."

Die Ortsbürgermeisterin, die täglich im Gespräch mit ihren Bewohnern ist, sammelt, obwohl sie weiß, dass am 15. April der letzte Tag ist, an dem man Einwände, Bedenken oder Vorschläge machen kann, noch immer Argumente. "Es kann einfach nicht sein, dass Tiere beim Bau der Autobahn eine Lobby haben, wir Menschen in Mose aber offensichtlich nicht. Das kann und darf nicht sein".