Mit "Gartenkunst und Gartendenkmalpflege in Sachsen-Anhalt" hat das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie ein Buch herausgebracht, das Gärten und Parks im Lande in Vergangenheit und Gegenwart vorstellt. Das Buch wurde gestern auf Schloss Hundisburg präsentiert. Neben den histo- rischen Gärten von Althaldensleben und Hundisburg sind aus dem Landkreis Börde in diesem Buch auch der Landschaftspark Harbke und der Schlosspark Seggerde zu finden.

Hundisburg. Heike Mortell, Referentin für Gartendenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, präsentierte den fünften Band der Beiträge zur Denkmalkunde besonders gern in Hundisburg. "Schlosspark und Barockschloss haben sich ganz toll entwickelt", schwärmte sie von einer beispielhaften Einheit. Das aktuellste Beispiel für die Fortschritte im Barockschloss fand gestern ebenso Anerkennung wie das Buch über "Gartenkunst und Gartendenkmalpflege in Sachsen-Anhalt" (29,90 Euro). Dr. Harald Blanke, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung, und Architekt Dr. Berthold Heinecke erzählten von den jahrelangen und letztendlich erfolgreichen Bemühungen um die Wiederherstellung der Decke im Festsaal mit Gemälden und Stuckelementen nach historischen Überlieferungen.

Beim Blick aus dem Fenster des Festsaales im Mittelteil des Barockschlosses konnten die Gäste durchaus nachvollziehen, nach welchen Gesichtspunkten der Barockgarten von 1799 bis 1819 angelegt wurde. Als 1799 die Fassade des Schlosses stand, wurde mit dem Garten begonnen, erläuterte Harald Blanke.

Die historischen Gärten von Hundisburg und Althaldensleben, die sich auf etwa 100 Hektar erstrecken, geben ein anschauliches Beispiel für Gartendenkmalpflege im Land. Ebenso anschaulich zeigt sich in dem neuen Buch, das zur Buchmesse in Leipzig erschienen war, die Wiederherstellung des Landschaftsparks Harbke und des Schlossparks Seggerde aus dem Landkreis Börde nach historischem Vorbild. Die Titelseite zeigt ein Foto von der Orangerie in Harbke.

Der vorliegende Band geht über die Parks und Gärten hinaus, die das touristische Landesprojekt "Gartenträume" verkörpern. "Fast viereinhalb Jahre hat es gedauert, bis das Buch fertig vorlag", erläuterte Heike Mortell. 50 Autoren haben daran mitgearbeitet, die gartenkünstlerische Vielfalt im Kulturland Sachsen-Anhalt auf 280 Seiten vorzustellen. "Das Buch ist in einer ersten Auflage von 1000 Exemplaren erschienen und wird in den Buchhandlungen bereits gut verkauft", freute sich die Gartendenkmalpflegerin.

Vorgestellt werden Beispiele der Gartenkunst aus vier Jahrhunderten, die neben dem eingangs präsentierten Gartenreich Dessau-Wörlitz fünf historischen Landstrichen zugeordnet sind. Hinzu kommen Gedanken zur Gartendenkmalpflege heute sowie speziell in Sachsen-Anhalt und Ostdeutschland genauso wie Erinnerungen an verlorengegangene Gartenkunst und ein Einblick in das integrative Landesprojekt "Gartenträume", das Gartendenkmalpflege und Tourismus verknüpft.