Zum 1. April nahm in der Niederen Börde Alexandra Cop als neue Jugendsozialarbeiterin ihre Tätigkeit auf. Ihre Stelle wird vom Landkreis finanziell gefördert. Der 38-Jährigen - ausgebildete Berufsschullehrerin - fällt die Aufgabe zu, die am Boden liegende Jugendklubarbeit in den Ortschaften wiederaufzubauen und übergreifende Projekte zu initiieren, die Jugendliche zum Mitmachen animieren sollen.

Groß Ammensleben. Projekt "Start"- die Hälfte der Ortsbürgermeister fühlten sich durch einen Zettel mit dieser Aufschrift im Aushangkasten irritiert. Kein Hinweis, wer ihn angebracht hat, weder der Name einer Kontaktperson, lediglich zwei Telefonnummern, eine jugendgemäße Ansprache: Wir suchen Dich! Melde Dich...

Nicht nur Gerd Jürges aus Vahldorf tat seine Verwunderung im Gemeinderat kund. Daniela Baars, die Leiterin der Ordnungs- und Sozialverwaltung, versuchte die Wogen am Dienstag ein wenig zu glätten. Die Ortsbürgermeister seien partout nicht das Klientel, das man auf diese Art ansprechen wollte. Man habe bewusst die etwas lockere Form gewählt, um die Jugendlichen im Dorf zu erreichen. Bei formellen Ansprachen würden die bekanntermaßen oft mit Abwehr reagieren, so Baars.

Vor allem aber ging es darum, Alexandra Cop bekannter zu machen. Sie wird die neue Ansprechpartnerin für Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren in den Ortschaften. Für solche, die empfinden, das in ihrem Ort wieder mal nix los ist, die Langeweile plagt, die als Couch-Potato zu Hause rumsitzen.

Alexandra Cop fällt die Aufgabe zu, hier einen Stimmungswandel herbeizuführen. Der 38-Jährigen, von Hause Berufsschullehrin, obliegt es, die am Boden liegende Jugendklubarbeit in den Ortschaften wiederaufzubauen. Die verheiratete Mutter zweier Kinder arbeitet seit vielen Jahren mit Jugendlichen - bislang vornehmlich ehrenamtlich. Sie betreut Kindergruppen im Sport. Über die sportliche Schiene will sie auch an alle Kinder und Jugendlichen herankommen, die sich mit ihrer Ortschaft verbunden fühlen. Ihre ersten beiden Angebote fallen in die beginnenden Osterferien. "Dabeisein ist alles". Dieser olympische Gedanke wird am Mittwoch, dem 20. April, ab 9 Uhr in der Turnhalle in Dahlenwarsleben aufgegriffen. Wer bei einer Spaßolympiade mit ulkigen Disziplinen wie Kugelschreiber-Weitwurf seine Talente erproben will, kann ab Jersleben auf der Linie 610 der OhreBus sogar einen kostenlosen Transfer nutzen. "Einfach zusteigen und mitfahren", erklärt Alexandra Cop die Modalitäten. Am 27. April gibt es ab 9 Uhr in der Turnhalle in Samswegen eine Wiederholung des Start-Projektes. Dort stehen dann Spiel und Spaß rund um den Ball auf dem Programm. Auch hier geht es hin und zurück kostenlos mit der OhreBus-Linie 610.

Alexandra Cop plant weitere Projekte. Und natürlich nicht immer unter sportlichem Aspekt. Sie will soweit kommen, dass die Jugendtreffs wieder regelmäßige Angebote machen. "Aber nicht ohne die Meinung der Jugendlichen gehört zu haben", unterstreicht die neue Sozialarbeiterin.