Vier Aktivisten der Bürgerinitiative "Contra Deponie" riefen gestern Vormittag in Wolmirstedt zu einer Unterschriftenaktion auf. Binnen 90 Minuten setzten über 200 Bürger ihren Schriftzug auf die Unterschriftenliste und sprachen sich damit gegen den Bau der Abfalldeponie in Farsleben aus.

Wolmirstedt. "Wir lassen in unserem Kampf gegen die geplante Abfalldeponie Farsleben zu keiner Minute nach", betonte Heinz Jasniak, einer der vier Sprecher der Bürgerinitiative "Contra Deponie". "Im Gegenteil, jetzt, wo das Planfeststellungsverfahren läuft, werden wir unsere Aktivitäten noch erhöhen. Und ein probates Mittel, seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen, ist die Unterschriftenaktion. Wie uns zudem der Verlauf nachhaltig gezeigt hat, stehen wir da mit unserer Meinung nicht allein, wächst fast täglich der Kreis jener, die sich gegen die Deponie aussprechen."

Mit Heinz und Sylvia Jasniak, Manfred Schulzke sowie Katrin Dienemann hatten sich deshalb gestern Vormittag vier Farsleber Aktivisten vor einem Verkaufsmarkt in die Rogätzer Straße gestellt und Unterschriftenlisten gegen den Bau der Deponie in Farsleben ausgelegt. Um 10 Uhr begann die Aktion. Angedacht waren zwei Stunden, doch um 11.30 Uhr brachen die Farsleber die Aktion vorzeitig ab, weil sie von einem Bürger vehement verbal attackiert wurden.

Wie der Sprecher der Bürgerinitiative aber ausdrücklich betonte, war die Aktion dennoch ein voller Erfolg, "erhielten wir durchweg nur Zuspruch. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass das Schreibzeug gar nicht aus der Hand gelegt wurde". Nach knapp 90 Minuten hatten über 200 Bürger - nicht nur aus Farsleben, sondern aus dem gesamten Altkreis Wolmirstedt und Magdeburg - ihre Unterschriften auf eine der Listen gesetzt. "Damit ist die Gesamtzahl der gesammelten Unterschriften gegen die Deponie auf über 900 gestiegen", erläuterte der Neu-Farsleber, der sich wie alle Mitglieder der Bürgerinitiative durch diesen großen Zuspruch in seinem Engagement bestärkt fühlt. "Vor knapp vier Monaten haben wird an verschiedenen Stellen in der Ohrestadt Unterschriftenlisten ausgelegt, so unter anderem auch im SFP." Gestern Vormittag bei der Aktion waren einmal mehr viele Bürger darunter, die gezielt das Gespräch suchten und aus berufenem Munde wissen wollten, was es mit der Abfalldeponie tatsächlich auf sich hat.

"Das zeigt uns eindeutig, dass die Menschen besorgt sind. Das bestärkt uns aber zugleich in unserem Engagement gegen die Deponie und im Kampf für eine saubere und gesunde Zukunft unserer Kinder", so der Sprecher der Bürgerinitiative.

Was die Bürger immer wieder erschrecke, sei die Tatsache, dass 70 000 Quadratmeter Waldfläche abgeholzt werden müssen, um diese Anlage mit einem Fassungsvermögen von cirka 300 000 Kubikmetern zu bauen. "Und jeder weiß, dass so eine Deponie irgendwann stinkt, gefährlich für Menschen, Tiere und Pflanzen ist, dabei auch Böden, Wasser und Luft verseucht", so Heinz Jasniak. "Bauchschmerzen aber haben vor allem die Anwohner, auch, weil die Entfernung der Deponie zur Gewerbebebauung 500 Meter, zum Spielplatz 750 und zum Wohngebiet 800 Meter betragen würde. Deshalb sehen wir uns in der Pflicht."

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