Wolmirstedt. "Willkommen Wolf" heißt die Wanderausstellung, die noch bis Freitag, den 29. April, im Landratsamt aufgebaut ist. Auf fünf Informationspostern informiert der NABU über die Lebensweise und Verbreitung der Wölfe.

"Noch gibt es keine sicheren Nachweise, dass im Landkreis Börde Wölfe leben", sagt Katrin Windel, Sachgebietsleiterin Naturschutz im Landratsamt. "Aber diese Ausstellung wirbt für Verständnis, dass sie eines Tages kommen." Ein Wolfsrudel fand bereits ganz in der Nähe eine Heimat, nämlich im Jerichower Land. In Sachsen eroberten sich sogar fünf Rudel ihren Raum.

"Ich wundere mich, wie emotional das Thema Wolf angegangen wird", so Katrin Windel. Wahrscheinlich wirken Märchen wie "Rotkäppchen" oder "Die sieben Geißlein" tief, schließlich ist da immer vom "bösen" Wolf die Rede. Sein Fabelname klingt irgendwie schaurig, "Isegrimm". Dabei gehören Wölfe und Menschen in unseren Breiten seit eh und je zusammen. "Der Wolf war einst neben dem Menschen das am weitesten verbreitetste Säugetier", heißt es in der Ausstellung. Aber das ist lange her, 1904 wurde in Hoyerswerda der letzte Wolf geschossen.

Inzwischen ist der Wolf nach europäischem Recht eine streng geschützte Art. Gerade wegen der so offenkundig tief sitzenden Ängste ist die Öffentlichkeit aufgefordert, mit dem Thema Wolf sensibel, sachlich und offen umzugehen. Ganz unbegründet sind die Ängste nicht, kein Wolf kann zwischen Wild- und Nutztieren unterscheiden. Einige Schafhalter mussten dies schmerzlich erfahren. "Hier sind rechtzeitige Präventionsmaßnahmen besonders wichtig, um vorzubeugen und Akzeptanz zu schaffen", heißt es dazu im Umweltamt. Andererseits ist der Wolf sehr scheu. Selbst Wissenschaftler, Förster und Jäger bekommen ihn kaum zu Gesicht.

Die Ausstellung möchte mit Vorurteilen aufräumen, will lehren, den Wolf zu verstehen. Zum Beispiel, warum er den Mond anheult. Das machen Wölfe nämlich gar nicht. Sie heulen, wenn sie sich zur Jagd sammeln oder Kontakt zu Geschlechtspartnern aufnehmen. Sie reagieren sogar heulend auf Polizeisirenen. Nur der Mond, der lässt sie kalt, der entlockt ihnen nicht mal ein müdes Knurren.

Die Ausstellung ist nur noch wenige Tage zu sehen, aber eine wunderbare Möglichkeit, in kurzer Zeit viele über den Isegrimm zu erfahren. "Nach einem Tag war jegliches Informationsmaterial vergriffen", staunt Katrin Windel.

Fakt ist: Sachsen-Anhalt ist längst kein sogenanntes Wolfserwartungsland mehr. Der Wolf ist schon hier. Naturschützer hoffen, dass er sich vor allem auf ehemaligen Truppenübungsplätzen sein Revier erobert, dass ein Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf wieder möglich wird. "Wer dazu Fragen hat, kann sich gerne bei uns im Umweltamt melden", freut sich Katrin Windel auf Interessenten.