Wolmirstedt. "Der Start war verheißungsvoll." So zumindest schätzt es Gerald Zimmermann, Vorsitzender des Stadtrates, nach gut 60 Minuten ein. Mit dieser Meinung stand der Stadtrat am Donnerstagnachmittag nicht allein. Auch wenn lediglich drei Wolmirstedter zur ersten Bürgersprechstunde ins Rathaus kamen, so zeigten sich die Fraktionsvorsitzenden Gisela Gerling-Köhler (FDP), Heinz Maspfuhl (SPD), Rudolf Giersch (FUWG) und Sebastian Filipp (Die Linke), die alle Rede und Antwort standen, durchaus zufrieden: "Wir müssen den Bürgern eine Plattform bieten, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir wollen in der Ohrestadt auf Dauer etwas bewegen. Das aber muss sich erst herumsprechen", betonte Heinz Maspfuhl, einer der Befürworter der Bürgersprechstunde.

Zumindest John Elsner, 13 Jahre, der in Magdeburg das Gymnasium besucht, hat diese Botschaft erreicht: "In Sozialkunde sprechen wir gerade über Ortschaftsstrukturen, und da muss ich unter anderem erläutern, welche Aufgabe die Feuerwehr in Wolmirstedt hat. Und da spielte mir die Bürgersprechstunde direkt in die Hausaufgaben." Die Frage wurde dem Gymnasiasten übrigens ausgiebig beantwortet und zudem noch ein Tipp mit auf den Weg gegeben: "Im Ordnungsamt setzt man sich beruflich intensiv mit der Feuerwehr auseinander, da erfährt man mehr", so Rudolf Giersch.

Ganz anders die Stimmungslage bei Ilselore und Manfred Beinsen aus der Straße der Deutschen Einheit, die mit einem klaren Auftrag ins Rathaus kamen: Und so machte Manfred Beinsen gleich die Forderung auf, dass das Ordnungsamt verstärkt vor Ort sein muss: "Falsches Parken, Geschwindigkeitsüberschreitungen, ungepflegte Außenananlagen - das macht das Wohngebiet nicht attraktiver." Eine endgültige Lösung hatten auch die fünf Stadträte nicht, versprachen aber, sich der Problematik anzunehmen. Heinz Maspfuhl wurde konkret: "Anfang Mai wollen wir uns in der Stadt Schwerpunkte anschauen", so der Stadtrat, "keine Frage, dass wir nun als erstes das Wohngebiet Straße der Deutschen Einheit unter die Lupe nehmen." Auch wenn sich der Andrang am Donnerstag in Grenzen hielt, verging die Sprechzeit wie im Fluge. Und wie Ilselore Beinsen nachdrücklich betonte, soll der Stadtrat in Zukunft daran festhalten, "und ich kann nur alle Wolmirstedter bestärken, mit ihren Problemen in die Sprechstunde zu kommen".

Wie Gerald Zimmermann abschließend versicherte, werden die Stadträte nicht locker lassen, "und spätestens am 26. Mai bei der Bürgersprechstunde im Rathaus wieder den Dialog suchen".

Bilder