Wolmirstedt. Das Wort Inklusion (lateinisch inclusio, "der Einschluss") bedeutet Einbeziehung, Einschluss, Einbeschlossenheit und Dazugehörigkeit. Dieses Gefühl will das Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt am morgigen Donnerstag mit dem sogenannten Inklusionstag weiter verstärken. "Der Inklusionsgedanke wird in unserer Einrichtung zunehmend als grundlegendes Prinzip der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen gesehen. Dabei wird Partizipation nicht nur als Einbeziehen der Menschen mit Behinderungen in den Aktionstag, sondern als Mit-Bestimmung und Mit-Entscheidung verstanden", betonte Pressesprecherin Bernadette Olma gegenüber der Volksstimme. "Inklusion wird als ein Zustand gesehen, der Ausgrenzung nicht ermöglicht und somit Re-Integration nicht nötig macht. Inklusion wird als Prinzip der Vielfalt wahrgenommen, das gleiche Zugänge zu allen gesellschaftlichen Strukturen und sozialen Institutionen ermöglicht. "

Im Rahmen des Aktionstages am 5. Mai (in der Zeit von 15 bis 18 Uhr) gibt es die unterschiedlichsten Formen der direkten Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen.

Wie das im Einzelnen aussieht, erklärt die Pressesprecherin: So wird das Bild einer vielfältigen und bunten Bevölkerung im Stadtbild deutlich. Bei der Aktion "Stolpersteine" in Wolmirstedt werden Menschen mit Behinderungen selbst ausgewählte Hindernisse für ein inklusives Gemeinwesen in Wolmirstedt fotografieren. Nicht ohne Grund. Mit der Bevölkerung Wolmirstedts sollen nämlich Lösungen zur Beseitigung dieser "Steine" gesammelt und dem Bürgermeister übergeben werden. Denn die Bewohner des Bodelschwingh-Hauses haben einen Traum von Wolmirstedt. Den Bernadette Olma wie folgt charakterisiert: "Unser Traum von Wolmirstedt ist ein inklusives Gemeinwesen ohne Ausgrenzung durch bauliche und kommunikative Barrieren oder Vorbehalte gegenüber Menschen mit Behinderungen. Und um das ,plastisch\' darzustellen, laden wir zum Aktionstag auf den Boulevard ein."

Am morgigen Donnerstag plant das Bodelschwingh-Haus mit seinen Wohnstätten, dem Tageszentrum und den Werkstätten eine nachhaltige Aktion, um auf die Belange von Menschen mit Behinderungen in der Stadt aufmerksam zu machen. Und alle Wolmirstedter sind dazu aufgerufen, sich einzubringen.

So am Stand mit Info-Tafeln der Aktion Mensch. Mitarbeiter und Bewohner der Wohnstätten gGmbH, der Heimbeirat sowie der Elternbeirat der Tageszentrums gGmbH stehen den Bürgernzur Seite.

Sehr spektakulär stellt sich die Malaktion "Riesenpuzzle" zum Thema "Unser Traum für Wolmirstedt" bereits im Vorfeld dar. Alle Beteiligten können Puzzleteile nach ihren Vorstellungen bemalen. Die Mitarbeiter und Menschen mit Behinderungen aus dem Tageszentrum begleiten diese Aktionen. Die einzelnen Puzzleteile werden später in öffentlichen Räumen der Stadt Wolmirstedt (so unter anderem im Rathaus, aber auch in der Sparkasse) ausgestellt und zu sehen sein.

Bei der Aktion "Stolpersteine" können alle Betei-ligten am Aktionstag unmittelbar Verbesserungsvorschläge und Wünsche für die Beseitigung der Stolpersteine formulieren. Auch diese gesammelten Ideen und Vorschläge sollen später dem Bürgermeister der Stadt übergeben werden.

Am Inklusionstag darf man aber auch ruhig Fortuna herausfordern - nämlich am Glücksrad. Mitarbeiter und Bewohner der Wohnstätten gGmbH sowie der Heimbeirat betreuen den Stand, bei dem es verschiedene Preise aus den Aktionspakten der Aktion Mensch zu gewinnen gibt.

Und für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Menschen mit Behinderungen aus der Seniorengruppe der Tageszentrum gGmbH backenfür den Aktionstag Kuchen. Mitarbeiter des Rehabilitationssportvereins Wolmirstedt e.V. letztlich sorgen an diesem Nachmittag für viel Spaß und noch mehr Bewegung.