Anlieger des Rogätzer Feinkostherstellers Homann klagten Anfang April über Geruchsbelästigungen aus der Vorkläranlage des Werkes. Der größte Arbeitgeber in der Elbgemeinde bedauert das und bemüht sich darum, die Geruchsemissionen zu minimieren.

Rogätz. "Ich konnte nicht mal auf dem Balkon sitzen, weil es so unangenehm roch", schimpfte Arno Schmalz aus der Bahnhofstraße, als er in der Volksstimme-Redaktion anrief. Michael Thom von der Betriebsleitung des Rogätzer Standortes der Homann Feinkost GmbH bedauerte das und entschuldigte sich bei den betroffenen Rogätzern, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Betriebes wohnen.

Mikroorganismen reinigen das Abwasser

"In unserer Vorkläranlage bauen Mikroorganismen unsere Abwässer biologisch ab, so dass das vorgereinigte Wasser dann in das Rogätzer Klärwerk geleitet werden kann. Witterungsbedingt kann es dazu kommen, dass die Biologie in unserer Vorklärung stärker belastet wird und dadurch Gerüche emittieren. Wir arbeiten intensiv daran, diesen Geruchsbelästigungen vorzubeugen und die Vorkläranlage zu optimieren", so Michael Thom. Dazu analysiere das Unternehmen regelmäßig die Ablaufwerte in eigenen, sowie unabhängigen Laboren und die Untersuchungsergebnisse entsprächen den gesetzlichen Vorgaben, so Thom.

Die Betriebsleitung wies darauf hin, dass in Produktionsspitzen zusätzlich Abwasser und Belebtschlamm abgefahren werde, um die Vorkläranlage zu entlasten. Die Entsorgung erfolge mit Tanklastzügen, unter anderem zu Biogasanlagen in der Umgebung.

Zudem sei eine Begehung geplant, nach der von Experten ein Geruchsgutachten angefertigt werden soll. Im Allgemeinen halte die Betriebsleitung ständigen Kontakt zum Umweltamt des Landkreises, hieß es weiter.

Erzeugnisse in über 20 Ländern gefragt

Das Rogätzer Werk der Homann Feinkost GmbH beschäftigt 176 Mitarbeiter. Die Frauen und Männer produzieren jährlich die kaum vorstellbare Menge von etwa 40000 Tonnen Salatdressing, Grillsaucen, Mayonnaisen oder Ketchup. Die Erzeugnisse aus Rogätz sind bei Kunden in mehr als 20 europäischen Ländern sehr gefragt.