Haldensleben. 37 angehende Landwirte aus der Schweiz waren vergangene Woche zu Gast in der Haldensleber Fachschule für Landwirtschaft, Gartenbau und Hauswirtschaft. Bereits zum 18. Mal hatte die Haldensleber Fachschule Gäste aus der schweizerischen Partnerschule Strickhof im Kanton Zürich. Jeweils eine Woche im Jahr verbringen Schweizer Schüler in Haldensleben sowie die Haldensleber in der Schweiz. "Seit 1993 besteht der Kontakt zwischen unseren Schulen. Im Mai kommen die Abschlussklassen aus der Schweiz zu uns, im September fahren unsere Haldensleber Schüler in den Strickhof", erklärte Schulleiter Roland Göttert. Die gegenseitigen Besuche dienen stets dazu, die Bedingungen in der Landwirtschaft sowie die Kultur und Sehenswürdigkeiten des jeweiligen Landes kennenzulernen.

Für die Schweizer war ein interessantes Programm zusammengestellt worden. Neben einigen Betriebsbesichtigungen im Landkreis und darüber hinaus standen unter anderem eine Fahrt nach Berlin mit Besuch des Reichstages sowie ein gemeinsamer Bowlingabend auf dem Programm.

Besonders beeindruckt waren die Schweizer Landwirtschaftsschüler von den großen Genossenschaften. "Das war für uns besonders spannend, denn solche großen Betriebe kennen wir in der Schweiz nicht. Bei uns ist es eher kleinteilig, familiär", sagte Lehrer Georg Feichtinger. Angesichts der riesigen Flächen und den entsprechend großen Maschinen und Anlagen staunten die Schweizer nicht schlecht. "Und dass das dann doch so gut organisiert ist, war schon spannend zu sehen", so Georg Feichtinger.

Überrascht waren die Schweizer zudem von der Zahl der Biogasanlagen in der näheren und weiteren Umgebung. "Das wird bei uns nicht gefördert, wir würden auch nicht auf die Idee kommen, Mais nur für Biogasanlagen anzubauen", meinte Lehrer Lukas Rediger.

Beeindruckt zeigten sich die Schweizer auch von der liebevollen Arbeit einiger Wiedereinrichter. Den geschichtlichen Hintergrund zu Genossenschaften und Wiedereinrichtern erfuhren die Gastschüler bei einem Besuch im Grenzmuseum in Marienborn.

Mit vielen Eindrücken und neuem Wissen machten sich die Schweizer am Sonnabend wieder auf die Heimreise. Zuvor jedoch bedankten sie sich bei Schulleiter Dr. Roland Göttert und seinen Kollegen für die sehr gut organisierte Studienwoche. "Es ist sehr schön, dass dieser Austausch schon so lange möglich ist", meinte Georg Feichtinger. "Reisen bildet, erweitert den Horizont. Auch in Zeiten des Internets sind solche Studienreisen sehr wichtig. Denn das persönliche Anschauen, das Erleben ist viel intensiver", ergänzte Dr. Göttert. Mit einem Präsentkorb voller Dinge aus dem Strickhof bedankten sich die Schweizer bei ihren Gastgebern - und kündigten sich gleich fürs nächste Jahr wieder in Haldensleben an.

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