Eine Polizeimeldung schreckte gestern Mitglieder der Wolmirstedter Gartensparten auf: Unbekannte drangen in der Nacht zum Montag in drei Sparten ein und brachen dabei fünf Lauben auf. Seitdem macht sich unter den Gartenfreunden Verunsicherung breit.

Wolmirstedt. "Die Idylle ist jetzt gestört. Und wenn ich ganz ehrlich bin, die Zeit, wo ich in der Laube genächtigt habe, gehört definitiv der Vergangenheit an." Johann Bootz, 63, stehen die Ereignisse der vergangenen Tage ins Gesicht geschrieben. Und wie der Gartenfreund unumwunden zugibt, ein ungutes Gefühl hat er auch.

Was war geschehen? In der Nacht vom 8. zum 9. Mai sind Unbekannte in mehrere Gartenlauben eingebrochen (Volksstimme berichtete). Johann Bootz gehörte zu den Geschädigten.

Polizei-Kriminalhauptkommissar Stephan Kämmerer vom Polizeirevier Wolmirstedt kennt die Details: "Am vergangenen Wochenende suchten Einbrecher gezielt Lauben in den Gartensparten ¿1909\' und ¿Zum Lauenholz\' am Bauernweg sowie ¿Waldschlösschen\' an der Glindenberger Straße auf und richteten einen nicht unerheblichen Schaden an."

Wie der Kriminalhauptkommissar aber betont, sieht er in diesen konkreten Fällen dennoch keine Einbruchsserie, "denn die Statistik besagt, dass die Langfinger dann unterwegs sind, wenn im Spätherbst die Gärten verwaist sind. Hier war offensichtlich ein Täter unterwegs, der ganz bewusst Gegenstände gesucht hat".

Und der erfahrene Kriminalist äußert auch einen Gedanken: "Sieht man sich an, was gestohlen wurde, entsteht der Eindruck, dass der oder die Täter sich selbst für einen Garten ,eingedeckt\' haben." Denn alles, was einen Garten ausmacht, wurde entwendet. Elektrisches Handwerkszeug, eine Motorsäge, ein Schleifbock, eine Satellitenanlage, selbst ein Schaukel und eine Kinderrutsche packten die Einbrecher ein, wurde selbst eine Nähmaschine, Geschirr und Gläser mitgenommen.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Kriminaloberkommissar Volkmar Meyer, der diesen Fall akribisch bearbeitet, hofft inständig, dass sich Zeugen melden, denen in der besagten Nacht etwas aufgefallen ist. Die Polizisten werden bei ihren Ermittlungen vor Ort aber auch nicht müde, darauf hinzuweisen, Tätern keine Handhabe zu geben. Kriminalhauptmeister Mario Schulz verweist darauf, dass, wenn der Garten verlassen wird, alle Sachen unter Verschluss sein sollten. "Oder besser, man nimmt alle wertvollen Gegenstände, wie Fernseher, Videorecorder, Satellitenanlage, lieber mit nach Hause. Je leerer die Laube oder das Wochenendhaus sind, umso geringer ist im Ernstfall der Verlust!" Und dann spricht der Hauptwachtmeister aus eigener Erfahrung: "Wachsame Nachbarn sind stets ein sehr guter Schutz vor Kriminalität!" Das war für Theo Bald, 72 Jahre, der ebenfalls bestohlen wurde, der Hinweis, die Spartenmitglieder zu sensibilisieren, "und so werden die Täter kein zweites Mal eine Chance haben".