Als Entscheidungshilfe für die Gemeinderäte soll eine Machbarkeitsstudie her. Kann das Gutensweger Bürgerhaus durch Umbauten eine Kita mit langfristigem Bestand aufnehmen oder nicht? Die durch ein Ingenieurbüro anzufertigende Studie wird nach groben Schätzungen 10000 Euro kosten. Augenblicklich fehlt der Gemeinde Niedere Börde für diese Geldausgabe noch die Deckungsquelle.

Jersleben. Das Kostenangebot des Ingenieurbüros für die Studie zum Umbau des Bürgerhaues in Gutenswegen liegt vor. Nur konnte Bürgermeisterin Erika Tholotowsky letzten Dienstag noch keine konkrete Haushaltsstelle benennen, aus der sie das Geld nehmen will. Die Ratsherren Hans-Heinrich Niemann (SPD) und Gerhard Schmidt (CDU) machten daraufhin den Vorschlag, das verwaltungseigene Bauamt mit der Analyse des Umbaus zu betrauen. Dort säßen ausgebildete Ingenieure, so Niemann. Die Verwaltung könne gleich mit herausfinden, ob Fördermittel in Anspruch genommen werden können oder nicht, meinte Schmidt. Zudem gehe es auch um ein Entwicklungskonzept für die ehemalige Grundschule in Gutenswegen.

Bauamtsleiter Reinhard Schimka lehnte den Vorschlag der beiden Ratsmitglieder ab. Seinem Amt fehlten einfach die logistischen Voraussetzungen, sagte Schimka. Belastbare technische Parameter könne nur ein Ingenieurbüro liefern. Er und seine sechs Mitarbeiter würden Bauprojekte lediglich verwaltungsorganisatorisch begleiten und steuern. Burkhard Wohl-farth (CDU) plädierte für die Geldausgabe für ein Ingenieurbüro. Dieser Weg sei zu beschreiten, um zur Ausarbeitung von Entwicklungskonzepten und -vorschlägen für beide Gebäude zu kommen. Am Ratstisch herrschte schließlich Einmütigkeit, nicht vorzeitig durch Veräußerung auf eines der beiden Gebäude zu verzichten.

Nach Schließung der Grundschule ist darüber zu entscheiden, wie Gebäude und Gelände drumherum künftig zu nutzen sind. Gleichzeitig ist darüber zu befinden, wie sich die künftige Nutzung des Bürgerhauses mit der darin befindlichen Kindertageseinrichtung gestalten soll. Der Gemeinderat kam vor Jahresfrist nach Besichtigung der Lokalitäten vor Ort und Sichtung bisher ausgefertigter Unterlagen zu dem Schluss, das Bürgerhaus weiter für gemeindliche Zwecke zu nutzen. Für die Grundschule soll nach Alternativen für eine sinnvolle Weiternutzung gesucht werden, unter Umständen unter Einbindung eines privaten Investors. Zu klären ist ebenso, was mit der im Keller der Schule befindlichen Gemeinschaftsküche passiert. Wird sie unter dem bestehenden Defizit weiterbetrieben oder nicht? Ihr kostendeckender Betrieb ist ab einer täglichen Essenanzahl von zirka 600 Portionen möglich. Die Küche in ihrem derzeitigen baulichen Zustand weist aber nur eine maximale Kapazität von 300 Essen täglich auf. Würde der Gemeinderat beschließen, das Schulgebäude zu veräußern, ist damit automatisch die Schließung der Schulküche verbunden. Gegenwärtig werden die Eltern aller im Gemeindegebiet betreuten Kinder befragt, ob sie bereit sind, von einem externen Essenanbieter zur Schulküche zu wechseln. Laut Daniela Baars von der Ordnungs- und Sozialverwaltung der Gemeinde geht es darum, potenzielle Essenteilnehmer zu ergründen, im Kitabereich sogar für die Ganztagsversorgung.