Gleich zwei Jubiläen standen auf dem Plan der Ganztagsschule "Johannes Gutenberg". Die Schule selbst, also das Schulgebäude, wurde dreißig Jahre alt. Die Schulform der Ganztagsschule beging ihr 20-jähriges Jubiläum. Beides wurde am Sonnabend heftig gefeiert.

Wolmirstedt. "Herr Thiel, ich melde, die Ganztagsschule Johannes Gutenberg ist zum großen Schulfest bereit", meldete ein Kind aus der zweiten Klasse in der fast vergessenen Art der Jungpioniere. Schließlich gibt es die Schule seit dreißig Jahren und damals gehörte so eine Meldung zum Schulalltag. Inzwischen wirken Pionierrituale als Blick in die Geschichte nostalgisch und süß und entlockten dem überraschten Schulleiter Helmut Thiel ein breites Schmunzeln und eine fröhliche Eröffnung des Festes.

Auf dem Weg

Die Gutenberger verstehen es, zu feiern und so herrschte rund um die Ganztagsschule "Johannes Gutenberg" ein emsiges Gewimmel. Eltern, Lehrer und vor allem die Schüler hatten dieses opulente Fest voller Lebensfreude, Sport und Spaß gemeinsam organisiert. "Über 250 Kinder stehen heute im Laufe des Tages auf der Bühne", jubelte Moderator Peter Aschmann. Die anderen betreuten Sportstände, Bastelstände, Flohmarktstände oder sorgten für das leibliche Wohl.

Die "Gutenberger" haben allen Grund zu feiern. Seit zwölf Jahren gibt es keine Schulabbrecher. Die Schule gehört zu den 15 Nominierten für den Deutschen Schulpreis und fiebern der Entscheidung entgegen.

"Die Kompetenzen der Schüler sind größer die als die der Lehrer", sagte Helmut Thiel und fügt an: "Bei der Bedienung der Handys." Er beobachtete, wie sich die Schüler ihr Wissen aneignen. Durch das Lesen der Bedienungsanleitung? Weit gefehlt. "Sie experimentieren. Und wenn sie nicht weiter kommen, fragen sie einen anderen", beobachtete Thiel. "Am Ende wissen alle, wie es geht." Auf so einer Beobachtung beruht das Schulkonzept. "Wir müssen die Schüler auf ihre Art lernen lassen und ihnen nicht unsere Methode aufdrängen." Diese kleine Rede hielt Thiel übrigens weit ab des Trubels, beim Empfang der geladenen Gäste, im Foyer der entstehenden Turnhalle. "Dieser Ort ist bewusst gewählt", begründet er, "wir wollen zeigen, dass nichts fertig ist, dass wir auf dem Weg sind."

   

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