Wolmirstedt (gbi). Konrad Riedel ist Apotheker und Oberpharmazierat und als solcher bestens mit Heilpflanzen sowie deren Wirkung vertraut. Er geht mit offenen Augen durch Wolmirstedt und findet sogar am Rande des Parkplatzes in der Damaschkestraße Storchschnäbel und Feuerdorn. Eigentlich zur Zierde gepflanzt, können Teile dieser Bodendecker und Sträucher durchaus auch heilende Wirkung entfalten. Konrad Riedel teilt sein Wissen gern mit anderen, und so lud er am Mittwoch erneut zur Kräuterwanderung ein. Die begann in seinem Kräutergarten hinter der Adler-Apotheke und führte diesmal ins Küchenhorn. Viele Interessierte folgten ihm, ließen sich die Wirkung von Birkenwasser und Holunderblüten erklären. Das Wort "Wanderung" ist in diesem Zusammenhang allerdings etwas irreführend, denn die Wandergeschwindigkeit beträgt etwa einen Kilometer pro Stunde. Ins Schwitzen gerät dabei niemand. Es gibt einfach viel zu viel zu zeigen und zu erzählen, um schneller voran zu kommen. Ob Hirtentäschel vor der Stadtbibliothek, Spitzahornbäume am Ohre-Spielplatz oder Trauerweiden am Ohre-Ufer, keine Pflanze bleibt unerwähnt, und am Ende der Wanderung ist jedem klar: Gegen alles Leid ist ein Kraut gewachsen.