Eine bewegende Geschichtsstunde erlebten die Schüler der 9. bis 11. Klasse des Ecole-Gymnasiums am vergangenen Mittwoch. Der ungarische Holocaust-Überlebende Laszlo Ungvári schilderte den Jugendlichen sein Leben als achtjähriger Junge im Konzentrationslager Bergen-Belsen.
Barleben. "Vielleicht erzähle ich das alles zum letzten Mal", schickte Ungvári seinem einstündigen Vortrag vorweg. Anwesend waren neben den Schülern auch Heimatforscher sowie Söhne und Ehefrau des Zeitzeugen. Er wolle, dass die jungen Leute von ihm erfahren was in der Zeit des Dritten Reiches mit den jüdischen Menschen geschehen sei, erklärte der heute 74-Jährige. Er ist in Deutschland um das Grab seines Vaters auf dem jüdischen Friedhof in Hillersleben zu besuchen.
Ungvári wuchs im ungarischen Szolnok auf und berichtete über die Repressalien, denen er und seine Familie bereits dort durch die eng mit Deutschland verbundenen Regierung ausgesetzt waren. "Die jüdischen Menschen mussten den gelben Stern tragen", berichteter er. Später sei er mit seinen Eltern und Großeltern in ein Ghetto gesperrt worden.
Ende 1944 wurde er gemeinsam mit seiner Familie in das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle deportiert.
"Bergen-Belsen war die Hölle", so Ungvári. Das Lager sei völlig überbelegt gewesen und die Häftlinge waren während des eiskalten Winters in ungeheizten Baracken untergebracht. Die Gefangenen waren zudem der Willkür und Brutalität der Aufseher ausgesetzt. Er könne sich heute nicht mehr erklären, wie man unter solchen Umständen überleben konnte, so der Zeitzeuge. Der 74-Jährige erinnerte sich an stundenlanges Stehen auf dem Appellplatz. Die Gefangenen durften sich in dieser Zeit nicht bewegen oder miteinander sprechen. Er habe sich in dieser Zeit oft das Meer vorgestellt, erzählte er. Die Erwachsenen hätten ihm erzählt, das Meer beginne gleich hinter dem Wald. "Ich hatte in meinem Leben noch nie ein Meer gesehen", so Ungvári.
Dass er überlebte, habe er seiner Familie zu verdanken. "Immer wenn es Essen gab, achteten sie darauf, dass ich die ersten neun Löffel bekam", erinnerte sich Ungvári. Als im Frühjahr 1945 die britischen Truppen an Bergen-Belsen heranrückten, sollten die Gefangenen in Zügen in andere Lager gebracht werden. Allerdings wurde der Zug in dem sich Ungvári und seine Familie befanden unvermittelt bei Farsleben stehen gelassen.
AmerikanischeSoldaten befreiten die eingepferchten Gefangenen aus dem Zug, in dem miserabele hygienische Bedingungen herrschten. Die Menschen kamen in eine Kaserne bei Hillersleben. Der schwer kranke Vater starb dort. Die Großmutter war bereits in Bergen-Belsen gestorben. Nach der Befreiung ging die Familie zurück in ihre Heimat, wo sie um ihren alten Besitz kämpften und wieder ganz von vorn beginnen mussten.
Die Schüler waren beeindruckt von den Schilderungen des Zeitzeugen. "Es ist eine einzigartige Chance", berichtete der 16-jährige Alexander Stephany. Er sei sehr geschichtsbewusst und besonders an den regionalen Aspekten der Schilderung interessiert. Auch für die 16-jährige Friederike Beilecke war es etwas Besonderes, diese Lebensgeschichte aus erster Hand zu erfahren. "Es ist auch etwas schockierend", bekannte sie nach dem ersten Teil der Schilderungen.
Die Initiative zu der Veranstaltung kam vom Vorsitzenden des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge Dieter Steinecke, der Geschichtslehrerin Constanze Voigt, die das gemeinsame Projekt vorschlug. In den kommenden Monaten werden die Schüler ihre Recherchen zur Vergangenheit in der Region auswerten und die Ergebnisse im Dezember vorstellen.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.