Dolle l 50 Friedensaktivisten folgten am Sonntagnachmittag dem Aufruf der Bürgerinitiative "Offene Heide" zum 223. Friedensweg für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Bei minus zehn Grad und böigem Wind trafen sich die Demonstranten unmittelbar an der B189-Einmündung nach Steinberge in der Nähe von Dolle.

Unterstützung für Aufruf gegen Münchener Sicherheitskonferenz

Seit Jahren nehmen die Teilnehmer der Protestaktion gegen die Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz "Altmark" bei ihren Friedenswegen symbolisch ein Stück Heide in Besitz.

Am Sonntag erinnerte Hauptredner Edgar Kirschner an die parallel stattfindende Sicherheitskonferenz in München. Kirschner zitierte aus einem Aufruf, der anlässlich einer Demonstration gegen die Konferenz in der bayerischen Landeshauptstadt veröffentlicht worden war. Die Teilnehmer des Friedensweges unterstützten die darin kritisierten "Kriegsgeschäfte einer Weltordnung, die für Profit über Leichen geht." Zudem wandten sich die Demonstranten gegen die "militärische Drehscheibe Deutschland bei der Vorbereitung internationaler Kriegseinsätze". "Der Krieg beginnt hier, auch in unserer Colbitz-Letzlinger Heide, wo Bundeswehrsoldaten auf den Auslandseinsatz vorbereitet werden", betonte Kirschner.

Die Demonstranten unterstützten die Forderung nach einem sofortigen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan und nach einem Ende aller Bundeswehreinsätze im Ausland.

Erinnerung an langjährige Wegbegleiterin Erika Drees

Nach der offiziellen Demonstration begaben sich die Teilnehmer auf eine vier Kilometer lange Wanderung durch den Heidewald. Von dort aus ging es in den Versammlungsraum der Gemeinde Dolle, wo die Bürgerinitiative "Offene Heide" zum eigentlichen Höhepunkt des 223. Freidensweges einlud - der Vorstellung der 2011 erschienenen und von Edda Ahrberg verfassten Biografie "Erika Drees, geborene Winterfeld. Ein politischer Lebensweg 1935 bis 2009". Die 2009 verstorbene Erika Drees gehörte zu den Köpfen der Friedensbewegung in Sachsen-Anhalt und den Aktivposten der Bürgerinitiative "Offene Heide". Viele der Teilnehmer des Friedensweges am Sonntag verbindet eine jahrelange Freundschaft mit Erika Drees, die bei einigen über die politische Arbeit hinausging. Von Erinnerungen, Begebenheiten und Motiven einer Friedensbewegten, die einst in die DDR übersiedelte, auch hier Widerstand leistete, von der Stasi beobachtet wurde und auch nach der Wende ihre politische Meinung nicht aufgab, erzählte der Nachmittag mit Buchautorin Erika Ahrberg in Dolle.

Der nächste Friedensweg findet am Sonntag, dem 4. März, in Letzlingen statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr am dortigen Marktplatz. Nach der Demonstration folgt eine vier Kilometer lange Wanderung unter dem Motto "Frühlingserwachen entlang der Waldkante". Ab 16 Uhr heißt es dann im Letzlinger Heidehotel an der B71 "Naturpark oder urbanes Kampfzentrum".