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Wolmirstedt l Bei Seidenraupen denken die meisten Menschen zuerst an China. Logisch, von dort kommt die Produktion der Seide mit den kleinen Raupen ja auch. Dass die Seidenraupenzucht aber auch in Wolmirstedt und Umgebung durchaus Tradition hat, erfuhren die Besucher einer Museums-Sonderführung.
Um 1936 herum hatte Karl Köster eine Brut-, Mast- und Kokonabtötungsanlage in der ehemaligen Reitbahnstraße in Wolmirstedt gehabt. Rund 200000 Raupen soll er dort pro Saison für sich Seide produzieren haben lassen. Auch in der Umgebung, beispielsweise in Rogätz und in Farsleben, soll es Seidenplantagen gegeben haben. Daran konnte sich sogar eine Besucherin erinnern. "Mein Vater ist mit mir immer zu den kleinen Insekten gefahren. Ich weiß noch, dass sie wirklich wie die siebenköpfigen Raupen gefressen haben", erzählt sie.

Bei solchen Geschichten huscht auch Annette Pilz vom Museum auf der Schlossdomäne ein Lächeln übers Gesicht. Von der einstigen Seidenraupenzucht in der Stadt sind zwar derzeit nur ein paar Maulbeerbäume übrig, diese zeugen jedoch recht eindeutig von der "seidigen" Vergangenheit der Ohrestadt.
Raupen haben eine Vorliebe für Maulbeerblätter
Als im Museum die Idee zu der aktuellen Seidenraupen-Ausstellung entstand, nahm Annette Pilz Kontakt zu jemanden auf, in dessen Garten ein großer Maulbeerbaum steht. Die kleinen Seidenraupen (auch Maulbeerspinner genannt) ernähren sich nämlich am liebsten von den Maulbeerblättern. Annette Pilz weiß: "Dann wird auch die Seide am schönsten. Wenn sie etwas anderes fressen, nimmt die Qualität der Seide ab." Also bekommen die kleinen Feinschmecker regelmäßig mit Zustimmung des Besitzers von dem Maulbeerbaum genau das, wonach ihnen der Sinn steht.
Und ans Herz gewachsen sind die Raupen den Museumsmitarbeitern auch schon. "Sie sind irgendwie schon ein bisschen unsere Kinder", gibt Annette Pilz unumwunden zu. Ein bisschen komisch sei das für sie schon, denn: "Ich mag eigentlich nichts, was krabbelt."
Nach einem ausgiebigen Rundgang und dem begeisterten Bestaunen der Seidenraupen machte sich der Trupp aus rund 25 Gästen noch auf den Weg zu Gisela Krohn, ihres Zeichens Seidenspezialistin in der Burgstraße. Sie zeigte den Interessierten, wie aus den Kokons feine Seidenfäden gesponnen werden, und was man aus den Maulbeeren des Seidenraupen-Futterbaums alles machen kann. So hatte sie unter anderem Maulbeertee und -marmelade zubereitet: "Die schmeckt am besten mit Mascarpone. Die Kalorien hab ich aber vorher rausgescheucht", sagt sie schmunzelnd.
Informativer Ausflug in die Welt der Seidengewinnung
Ein bisschen mitleidig guckten die Besucher in den großen Topf auf dem Gaskocher, in dem die Seidenkokons schwammen. Die Raupen müssen für die Gewinnung und Verarbeitung der Seide abgetötet werden - das hatte Gisela Krohn aber schon kurz und schmerzlos erledigt, bevor die Besucher eintrafen.
Insgesamt war der Seidenraupen-Ausflug für alle Beteiligten sehr informativ. "Ich finde es hochinteressant, dass in Wolmirstedt Seide gewonnen wurde, das wusste ich bisher gar nicht", fasste Christel Klette ihre Erkenntnisse des Abends zusammen. Gemeinsam mit Freundin Inge Dobranz hatte sie sich aufgemacht, um mehr über die Raupen zu erfahren. Und Dobranz fügt noch hinzu: "Und lecker war es mit Tee und Marmelade!"
Die Sonderausstellung "Von Maulbeeren und Seidenraupen" im Museum auf der Schlossdomäne ist noch bis 23. September zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 sowie von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.
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ÖDP, Piratenpartei, Freie Wähler und andere können jetzt Geschichte schreiben, wenn diese allgemein die 5%- Hürde angehen. Während diese für das EU Parlament abgeschafft gehört, weil es bei den vielen Parteien dort nicht entscheident ist, ob da noch 5 deutsche Parteien hinzu kommen, muss die Hürde beim Bundestag und bei Landtagen reformiert werden. Denn laut dem letzten BVG- Urteil ist die Hürde ein erheblicher Eingriff in die Stimmengleichheit der Wahl, der nur bis zu 5% gerechtfertigt ist, um ein anderes hohes Gut zu schützen, die Fähigkeit zur Regierungsbildung und Entscheidungsfindung. Aber letzteres wäre auch dann gegeben, wenn unterhalb der 5% alle Personen beratend in den Bundestag und die Landtage einziehen mit allen Rechten eines Abgeordneten, außer dem Stimmrecht bei einfachen Gesetzen. Und deshalb müsste diese Reform einklagbar sein! Damit können die Abgeordneten von Parteien, die die 5% nicht schaffen Reden halten, Fragen stellen, in Ausschüssen mitarbeiten, das einbringen von Anträgen anregen und mit unterstützen. Das Hauptgegenargument ist, dass ohne Stimmrecht für einfache Gesetze (bei Verfassungsfragen sollten alle Stimmrecht haben, damit die 2/3- Mehrheit nicht verfälscht wird) ja schlechter gestellt wären, als dienormalen Abgeordneten. Aber wen diese eigentlich gewählten Politiker ganz ausgeschlossen sind, sind die noch schlechter gestellt. Und solange eine Koalition zusammenhält, hat eine Opposition, die dauernd überstimmt wird, auch nichts von ihrem Stimmrecht. Und die Reden der ÖDP, Tierschutzpartei, Familienpartei, Piratenpartei, Freien Wähler, der AfD und zum Teil der Linken, der FDP und der Grünen würden viele Debatten bereichern.
Nun ist die Bibel aber ein geschichtlich ungenaues Buch. Das im neuen Testament, wenn es denn stimmt, Pädophile als Synonym für Homosexuelle verwendet wird, wird wohl eher an den Vorurteilen der Christen gelegen haben. Den Untergang des griechischen- und römischen Reiches an der Etablierung von Homosexualität festzumachen, ist jedoch mehr als lächerlich.