Barleben. Französisch wird an der Internationalen Grundschule "Pierre Trudeau" in Barleben von der ersten Klasse an gesprochen. Sind es in der ersten Klasse sechs, so erhöht sich die Zahl in den Klassen zwei bis vier auf acht Stunden pro Wochen. Insgesamt sind es 283 Mädchen und Jungen, die in 12 Klassen in Französisch unterrichtet werden. Und zwar von sogenannten Muttersprachlerinnen, deren Heimat Frankreich ist. Ob nun Céline Birg, Adeline Lantz, Bertine Noufena, Laure Wojtczyk oder Yves LeMao, alle bringen auch ein kleines Stück der Kultur ihrer Heimat mit ein. Was seit nunmehr fünf Jahren letztlich auch in den Deutsch-Französischen Tagen gipfelt. "Das Fest kann aber nur gelingen", so Schulleiterin Anke Strehlow, "wenn man auch die gemeinsame Geschichte beider Länder kennt."

Und so gab es zum Deutsch-Französischen Tag in diesem Jahr an der Grundschule zunächst eine "Geschichtsstunde", schauten sich Lehrer und Schüler anschließend einen Spielfilm in französischer Sprache an. So erfuhren die Mädchen und Jungen, dass seit nunmehr 48 Jahren Frankreich und Deutschland eine Beziehung verbindet, die in ihrer Art einzigartig ist.

"Beide Länder haben es verstanden, ihre einstigen Konfrontationen in eine Triebfeder des Friedens für den europäischen Kontinent umzuwandeln." Wie Schulleiterin Strehlow betonte, spiegelte sich dies auch in den kleinen, tagtäglichen Dingen in der Schule wider. Bevor aber an diesem Tag geschaut, gelernt und diskutiert wurde, frühstückten alle gemeinsam.

Im Vorfeld hatten sich Lehrer und Erzieher ernsthaft Gedanken gemacht, wie sie den Mädchen und Jungen etwas typisch Französisches nahe bringen konnten. Es wurde sich letztlich für ein echtes französisches Frühstück entschieden, "da es sich grundlegend von unseren morgendlichen Eßgewohnheiten unterscheidet", wie Anke Strehlow ausdrücklich versicherte.

An der Internationalen Grundschule passiert in solchgen Fällen nichts, ohne die Mithilfe der Eltern. Familie Düsedau aus Lindhorst besorgten für das Frühstück 300 Croissants und 60 Baguettes, die den Kindern mit original französischer Marmelade gereicht wurden. Allein der Duft in der Aula, wo gespeist wurde, und die schön in blau-weiß-rot gedeckten Tische, wofür sich das Kollegium verantwortlich fühlten und selbst Hand anlegten, ließen bei den Kindern Vorfreude auf ein schmackhaftes Frühstück aufkommen.

Doch hieß es nicht Deutsch-Französischer Tag? So klang ein durchaus interessanter Vormittag mit der Teilnahme am Richtfest des Gymnasiums aus, wo die Grundschüler gespannt den deutschen Reden lauschten und zu Mittag sich eine typisch deutsche Erbsensuppe munden ließen.

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