"Vergesst mir meine Frauen nicht!" Jens Barthel, Vorsitzender der SG Eintracht Ebendorf, wird nicht müde, bei jeder Gelegenheit an das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder zu erinnern. Der verdienstvolle Vorsitzende, denkt dabei nicht vordergründig an den Sport, hat in diesem konkreten Fall in erster Linie sein Seniorinnen-Quartett im Blickfeld.

Ebendorf. "Seit 2002 kann in Ebendorf Blut gespendet werden", erzählt Jens Barthel eine echte Erfolgsstory. "Verdient gemacht hat sich dafür vor allem die Sportgemeinschaft. Daran hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert."

Auch, weil sich mit Helga Ebert, 71, Heidi Wallstab, 66, Karin Lidmann, 66, und Rosi Spangenberg, 66, vier engagierte Frauen gefunden haben, die, ist Blutspende angesagt, mehr tun, als nur den Imbiss zu servieren.

Helga Ebert ist von Anbeginn dabei und kann sich noch gut daran erinnern, wie alles ins Rollen kam: "Ebendorfer, die Blut spenden wollten, mussten den Ort verlassen. Das änderte sich, als die Sportgemeinschaft mit dem DRK gemeinsame Sache machte." Und die 71-jährige Ebendorferin ist seit 2002 in diesem Verein, trifft regelmäßig mit den drei anderen Frauen regelmäßig zur Gymnastik. "Eines Tages kam unser Vorsitzender in die Übungsstunde geplatzt und fragte, wer von den Frauen bei der Versorgung der Blutspender mithelfen würde?" Wie sich Helga Ebert noch erinnern kann, war der Arm von Heidi Wallstab und ihrer sofort oben, "kurze Zeit später kamen Rosi Spangenberg und Karin Lidmann dazu. Und seit 2003 sind wir ein eingeschworenes Team."

Die Beweggründe bei den vier Frauen haben sich bis heute nicht geändert: "Wir wissen, wie wichtig es ist, dass Blut gespendet wird. Wir wissen aber auch, dass die Spender gut versorgt sein müssen, sollen sie wieder zu Kräften und beim nächsten Mal wiederkommen. Deshalb nehmen wir uns jedesmals auf Neue in die Pflicht." Wie Ortsbürgermeister Manfred Behrens, selbst aktiver Blutspender, versichert, leisten die vier Frauen, ist Blutspende in Ebendorf angesagt, richtig gute Arbeit, "ist man als ,Patient‘ bestens versorgt".

Wie oft und vor allem, wieviele Blutspender die vier Ebendorferinnen seit 2003 mütterlich versorgt haben, kann keiner genau sagen. Auch Helga Ebert kann nur grob schätzen: "Viermal im Jahr ist Blutspende und im Schnitt kommen zu jedem der Termine 30 bis 40 Spender. Ich denke, die Zahl 1000 haben wir erreicht. Was uns aber viel wichtiger ist, dass jeder Spender bestens versorgt war, nachdem er Blut gespendet hatte."

So geschehen erst wieder in der vergangenen Woche. Wie Helga Ebert berichtet, begann ihr "Einsatz" gegen 14.30 Uhr. "Und das Ritual ist jedesmal gleich: Die Tische im Bürgerhaus, wo seit Anbeginn die Spender versorgt werden, müssen eingedeckt, Brötchen, Wurst, Obst, Gemüse, Getränke… eingekauft werden, danach schmieren wir alle gemeinsam die Brötchen, wird Kaffee gekocht."

Bis 20 Uhr haben die vier Frauen stets gut zu tun, um 20.30 Uhr gehen dann die Lichter am Thieplatz aus. Was die Frauen besonders freut, keiner der Blutspender verlässt den Raum ohne ein herzliches Dankeschön, ohne selbst Danke zu sagen: "Für uns immer wieder die Triebfeder, weiter zu machen", verrät Helga Ebert.

Dennoch ist der Einsatz der vier Frauen nicht selbstverständlich. Das sieht Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff genauso und ehrte das Quartett jüngst bei der Sportgala anlässlich des 60. Geburtstages der SG Eintracht.

Während verdienstvolle Sportler und Übungsleiter an diesem Abend mit einer Auszeichnung rechnen durften, traf Helga Ebert, Heidi Wallstab, Karin Lidmann, und Rosi Spangenberg die Ehrung, wie sie selber sagen, "wie ein Blitz aus heiterem Himmel".