Wolmirstedt. Während die Schulkinder ab kommenden Montag ihre Winterferien genießen, haben die Eltern Hausaufgaben zu erledigen. Zumindest die Muttis und Vatis, deren Nachwuchs die vierte Klasse der Grundschule besucht.

Gutenberg-Sekundarschulleiter Helmut Thiel hatte schon im vergangenen Juni eine Informationsveranstaltung über ein neues Angebot abgehalten. Dabei ging es um den gymnasialen Bildungsweg, der mit Beginn des neuen Schuljahres für die Fünftklässler angeboten wird. Ausnahmsweise startet man nach den Sommerferien bei Gutenbergs mit drei fünften Klassen, weil vorher drei zehnte Klassen abgehen. Ab 2012 seien es dann aber wieder nur zwei Fünfte, erklärt Thiel, der bei den Schüleranmeldungen teilweise schon mit Wartelisten arbeiten muss.

Der gymnasiale Bildungsweg ist eine Neuerung, die ihren Ursprung im Bildungskonvent hat und nun in Wolmirstedt umgesetzt wird. Ziel ist es, das allgemeinbildende Schulwesen zu stärken. Die Schüler erhalten eine besondere, leistungsorientiere Förderung und besuchen Praxiskurse.

"Schüler können etwas länger Kind bleiben"

Ziel ist es, am Ende der zehnten Klasse den erweiterten Realschulabschluss zu erwerben, um dann ans Magdeburger Fachgymnasium Am Krökentor zu wechseln und dort das Abitur abzulegen.

Das Abitur sei gleichwertig mit dem, das man nach dem Besuch eines normalen Gymnasiums erlangen kann. "Einziger Unterschied ist, dass bei unserem Modell ein Jahr länger die Schule besucht wird. Das ermöglicht uns als Lehrern, in der fünften und sechsten Klasse noch nicht so einen starken Druck aufbauen zu müssen", erläutert Helmut Thiel. "Die Schüler können noch etwas länger Kind bleiben."

Da das Genehmigungsverfahren für diesen Bildungsweg länger dauerte als gedacht, sind die Anmeldefristen nun etwas verkürzt. Zeit ist nur noch bis zum Ende der Winterferien.

Eltern, die ihr Kind in die Gutenberg-Sekundarschule und auf den gymnasialen Bildungsweg schicken möchten, können sich die entsprechenden Formulare im Sekretariat der Bildungseinrichtung, Meseberger Straße, abholen. "Die Formblätter liegen auch im Landratsamt aus. Möglicherweise sind sie auch an den Grundschulen erhältlich", nennt Helmut Thiel weitere Anlaufstellen.

Sind alle Anmeldungen eingegangen, würden die Schüler eingeteilt, ob sie den normalen realschulbezogenen oder den gymnasialen Weg beschreiten wollen. "Allerdings soll es keine getrennten Klassen geben, sondern eine Leistungsdifferenzierung in den Kernfächern und praxisorientierte Kurse", erklärt der Schulleiter und ergänzt, dass man den Weg zum Abitur nicht direkt in der fünften Klasse einschlagen muss. Man könne sich jederzeit während der Sekundarschulzeit dafür entscheiden. Je früher man das tue, desto gezielter allerdings die Förderung der Kinder an der Schule. Weitere Informationen gibt es auch im Internet auf der Seite:

www.jgschule.de/sek/