Die Frühjahrssynode des evangelischen Kirchenkreises beschloss am Sonnabend in Wolmirstedt mehrheitlich den Stellenplan, der ab 2012 in Kraft treten soll. Mitgliederschwund und demografische Entwicklung führen zur Auflösung und zur Zusammenlegung von Pfarrstellen. Schwerpunktthema für die anwesenden 40 Synodale war diesmal die Kampagne der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zum Klimawandel. Über konkrete Aktionsvorschläge soll eine Million Kilogramm Kohlendioxid eingespart werden.

Wolmirstedt. Als Referentin zum Schwerpunktthema war Siegrun Höhne aus der Lutherstadt Wittenberg angereist. Sie ist Beauftragte für den kirchlichen Dienst auf dem Land und im Umweltmanagement der EKM tätig. Höhne informiert die Synodalen über Einsparpotentiale in den Kirchen und Gemeinderäumen. Allein durch bewussten Umgang mit technischen Geräten ließen sich 10 bis 15 Prozent der Energie einsparen, sagte sie. Ziel der am 2. Januar durch Bischöfin Ilse Junkermann eröffneten Kampagne ist die Einsparung von einer Million Kilogramm Kohlendioxid bis zum Erntedanktag am 2. Oktober. Rund 30 konkrete Aktionsvorschläge, zusammengefasst in einem Gutschein-Heft, laden alle Akteure zum Mitmachen ein.

Superintendent Uwe Jauch berichtete eingangs der Sitzung über die weitere Entwicklung des Stellenplanes und dessen Umsetzung ab 1. Januar nächsten Jahres. Der Überhang an Mitarbeitern im Pfarrdienst werde im wesentlichen durch Altersteilzeit aufgefangen beziehungsweise in zwei Bereichen durch Kürzung des Anstellungsumfanges, so Jauch. Im Verkündigungsdienst sind bislang 20 Pfarrinnen und Pfarrer tätig. Hinzu kommen ordinierte Gemeindepädagogen und gemeindepädagogische Mitarbeiter. Seit 15. März ist eine der beiden Kirchenmusikerstellen wieder vakant. Rundgerechnet 18 Prozent der Bevölkerung gehören im Territorium Haldensleben-Wolmirstedt der Evangelischen Kirche an. Zuletzt gab es offiziell 16 923 Gemeindemitglieder. Per 31. Dezember 2008 betrug ihre Zahl noch 18 156. Sowohl der Mitgliederschwund als auch die rückläufige Einwohnerzahl hätten laut Jauch die Einschnitte bei den Pfarrstellen notwendig gemacht.

Durch einstimmigen Beschluss löste das Kirchenparlament die bisherigen Ausschüsse für Finanzen und für Bauangelegenheiten auf. Die Synodalen bildeten einen neuen Ausschuss, der beide Aufgaben übernimmt. Damit werden in Zukunft Doppelbehandlungen in Ausschüssen vermieden. Es kann effizienter gearbeitet werden.

Die Jahresrechnung 2010, die Pfarrer Dieter Kerntopf in Vertretung des erkrankten Leiters des Kreiskirchenamtes Magdeburg einbrachte, bildete einen weiteren Schwerpunkt der Tagung. Die finanzielle Situation im letzten Jahr sei im Vergleich zu den Vorjahren angespannter gewesen, sagte Kerntopf. Dies zeige sich unter anderem im Rückgang der Rücklagen. Dennoch war der Kirchenkreis zu jeder Zeit zahlungsfähig. Kerntopf bezifferte die Ausgaben mit 3,246 Millionen Euro. Den größten Posten hätten die Personalkosten mit einer Größenordnung von 1,660 Millionen Euro eingenommen.

Zur Förderung der gemeindlichen Arbeit stellte der Kirchenkreis fast 100 000 Euro zur Verfügung. Die Mittel flossen in Freizeitmaßnahmen und Projekte. Baumaßnahmen in Kirchengemeinden konnten mit insgesamt 367 000 Euro aus dem Baulastfonds und mit 50 000 Euro aus der Ausgleichzulage unterstützt werden. Rund 130 000 Euro erhielten die Kirchengemeinden als zusätzliche Zahlung zum Gemeindebeitrag. Für jeden eingenommenen Euro legt der Kirchenkreis 50 Cent drauf, um den Anreiz für die Sammlung des Gemeindebeitrages zu erhöhen.

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