Barleben (gbi). Groß war sie nicht, die Gruppe, die gestern mit dem NABU Barleben durch den Barleber Busch wanderte. Allerdings hatte der Ortsgruppen-Chef Jörg Brämer auch vergessen, den Termin mit Petrus abzustimmen. Es stürmte und regnete und nur die tapfersten Naturfreunde trafen sich an der S-Bahn-Haltestelle Barleber See. Von dort aus wanderten sie durch den Barleber Busch.

Das 3,7 Hektar große Areal wurde gerodet, als der Barleber See angelegt wurde. Später wurde aufgeforstet und ehe wieder ein Gleichgewicht entsteht, vergehen Jahrzehnte. "Die Pappeln setzten sich erst einmal durch", erzählt Jörg Brämer, "sie sind die Pionierpflanzen. Inzwischen haben sich auch Ahorn und Eschen etabliert." Bald sollen auch Eichen wieder eine Chance bekommen, davon träumen jedenfalls die NABU-Mitglieder aus Barleben und Magdeburg.

Beide Gruppen wollen das Areal kaufen, die Kaufsumme ist beinahe zusammen. "An uns traten Barleber Schulen heran und haben baten, ob wir mit Kindern Naturprojekte gestalten", erzählt Jörg Brämer. Der Barleber Busch scheint dafür bestens geeignet, er ist von den Kindern zu Fuß zu erreichen. Deshalb bemühen sich die Naturfreunde um gerade dieses Gebiet. "Außerdem liegt es mir persönlich am Herzen, weil ich selbst als Kind hier herum gestromert bin", begründet Brämer sein Engagement.

Auch Werner Woborzil vom NABU Magdeburg kennt die Vorteile dieses Areals für den Naturschutz. "Es liegt relativ ruhig", sagt der Rentner, "die Leute, die mit der S-Bahn kommen, gehen daran vorbei, geradewegs zum Barleber See." Am Rande dieses Weges können sich Pflanzen- und Tierarten ungestört entwickeln. "Im Barleber Busch ist auch der Eisvogel heimisch", erzählt Brämer und hofft, für den restlichen Kaufpreis des Waldes Sponsoren zu finden..