Landkreis Börde. Bei der Feuerwehr arbeiten Feuerwehrmänner. Nur Feuerwehrmänner? Nein, fast 400 Feuerwehrfrauen sind im gesamten ehemaligen Ohrekreis tätig und sind aus der Feuerwehr schon lange nicht mehr wegzudenken.

"Es ist höchste Zeit, dass wir Kameradinnen uns alle einmal kennenlernen", sagte Yvonne Bode, Frauensprecherin des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis bei dem von ihr organisierten Kennenlernnachmittag. Mehr als 40 Feuerwehrfrauen trafen sich bei Kaffee und Kuchen im Haldensleber Feuerwehrzentrum, um sich über Erfahrungen, Ideen und Wünsche auszutauschen.

Nach Yvonne Bodes Amtsantritt im März vergangenen Jahres stand für sie die Vernetzung der Feuerwehrfrauen im Landkreis zunächst an erster Stelle. "Viele der Frauen kennen sich noch gar nicht, und deshalb möchte ich heute allen die Gelegenheit geben, sich unter-einander auszutauschen und somit auch vielleicht etwas zu bewegen", erzählte die Frauensprecherin.

Mit dabei war auch Julia Brünig, die ebenfalls Frauensprecherin für den Kreisfeuerwehrverband Börde ist. Auch sie ist erst seit Kurzem im Amt und möchte gemeinsam mit ihrer Kollegin den Austausch unter den Kameradinnen fördern.

Beschwerden haben sie während ihrer Amtszeit noch keine erhalten. Trotz Männerdomäne fühlen sich die Frauen in der Feuerwehr voll akzeptiert. Abwertende Bemerkungen oder gar Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts seitens der männlichen Kollegen gibt es, soweit sie wissen, nicht.

Dennoch – die leitenden Positionen innerhalb der Feuerwehr haben nach wie vor die Männer. Yvonne Bode hat da eine Vermutung: "Ich glaube, dass viele Frauen sich immer noch zu wenig zutrauen und die verantwortungsvollen Aufgaben viel zu bereitwillig den Männern überlassen." Dabei ist sie sich sicher, dass Frauen das Gleiche leisten und auch körperlich genauso gut mithalten können. "Ich weiß nicht, wie sehr ich das beeinflussen kann, aber mit dem heutigen Treffen ist ein Anfang gemacht. Es wäre schön, wenn wir Frauen uns in Zukunft regelmäßig treffen können und somit in Verbindung bleiben."

"Das Feld nicht nur den Männern überlassen"

Neben der Vernetzung unter den Feuerwehrfrauen ist ihr auch die weibliche Nachwuchsförderung wichtig. In der Kinderwehr und der Jugendfeuerwehr gibt es erfreulich viele Mädchen. Hier ist das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen. Doch nach Eintritt in das Erwachsenenalter nimmt der weibliche Anteil abrupt ab.

"Ich sehe es auch als meine Aufgabe an, unseren Nachwuchs zu ermutigen, sich weiterhin in der Feuerwehr zu engagieren, und nicht nur den Männern das Feld zu überlassen", so Yvonne Bode.

Vier Wehrleiterinnen gibt es bereits im Landkreis. Das ist ein guter Anfang, findet die Frauensprecherin. Sie und ihre Börde-Kollegin sind sich einig: "Wir stehen unseren Mann, beziehungsweise unsere Frau. Wir sind hier alle starke Frauen, ohne die die Feuerwehr ganz schön aufgeschmissen wäre."