Am Grab der Angehörigen verweilen und in aller Stille trauern – das ist auf Teilen des Wolmirstedter Friedhofes schon eine Weile nicht mehr möglich. Die angespannte Grundwassersituation hat große Bereiche unter Wasser gesetzt. Ein Magdeburger Ingenieurbüro ist nun dabei, dauerhafte Lösungen für das Wasserproblem zu finden.

Wolmirstedt. Der extrem hohe Grundwasserspiegel hatte auch auf dem städtischen Friedhof für überspülte Wege und Wiesen gesorgt. Als erste Behelfsmaßnahme wurde von den Mitarbeitern des Eigenbetriebes Schotter auf die betroffenen Wege gebracht. "Um das Wasser an der Oberfläche zu entfernen, haben wir auch Pumpen eingesetzt. Das brachte zumindest eine kleine Besserung", schildert Eigenbetriebsleiter Wilfried Frenkel, was in den vergangenen Wochen getan wurde.

Diese schnellen Problemlösungen haben aber keinen dauerhaften Charakter. Deshalb wurde in Absprache mit der Stadt und der Kirchengemeinde als Eigentümer des Friedhofes ein Magdeburger Ingenieurbüro damit beauftragt, sich Gedanken zu machen, mit welchen technischen Maßnahmen man das Grundwasserproblem auf dem Friedhof lösen könnte.

Frenkel hatte auf der Sitzung des Eigenbetriebsausschusses angekündigt, dass er bis Ende vergangener Woche mit ersten Vorschlägen aus dem Büro rechnet. Doch die sind bisher noch nicht eingetroffen.

Handlungsbedarf besteht aber nicht nur, weil sich die Bürger über den Zustand des Areals beschweren. Sondern auch, weil vor allem im mittleren Bereich des Friedhofes durch den hohen Grundwasserstand keine Erdbestattungen möglich sind. "Das hat zum Glück bisher niemanden betroffen. Die Bestattungen fanden in der letzten Zeit vor allem im anonymen Bereich oder bei den Urnengräbern statt, die vom hohen Grundwasser nicht betroffen sind", so Wilfried Frenkel. Ansonsten würde man im Gespräch mit den Angehörigen nach Ausweich-Lösungen suchen.

Kostenumfang unklar

Was Eigenbetriebsleiter und Bürgermeister bisher nicht wissen, ist nicht nur, wie man das Wasserproblem auf dem Friedhof lösen kann. Unklar ist auch, wie teuer solch eine Maßnahme werden wird. "Größere Ausgaben müssen in den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes aufgenommen werden. Das müssen wir dann diskutieren, wenn wir die Summen kennen", so Dr. Hans-Jürgen Zander.

Durch die Unkenntnis der notwendigen Baumaßnahmen lassen sich die Verantwortlichen auch nicht zu einer Zeitangabe hinreißen, wann mit einer dauerhaften Lösung des Problems gerechnet werden kann. "Erstens könnten wir eh nicht sofort anfangen. Tiefbaumaßnahmen sind schwer durchführbar, solange das Wasser noch so hoch ist", erwidert Frenkel auf entsprechende Anfragen. Zweitens müsse man im Vorfeld natürlich genau die Pläne des Friedhofes studieren. "Wir können ja hier nicht einfach so drauflos baggern."

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