Seit dem 1. Januar 2010 besteht die Verbandsgemeinde Elbe-Heide. Ihr gehören sieben Mitgliedsgemeinden mit 21 Ortsteilen an. Burkhard Steffen stellte den Bürgermeistern zum Jahresbeginn drei Fragen, bat sie um einen Rückblick und eine Vorausschau. Heute: Dyrk Ruffer, Bürgermeister von Zielitz.

Volksstimme: Was betrachten Sie als die wichtigsten Ereignisse in Ihrer Gemeinde im Jahr 2010?

Dyrk Ruffer: Auch im Jahr 2010 können wir in Zielitz und Schricke auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Auf Grund der insgesamt sich erholenden Wirtschaft und der guten Ergebnisse der K+S Kali GmbH und damit wieder steigender Steuereinnahmen nach einer Durststrecke im Jahr 2009 konnten viele kommunale Maßnahmen durchgeführt werden.

Wir konnten den Spielplatz im Park Schricke mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Weiterhin wurde in Schricke der Friedhof umgestaltet. Der Weg von Schricke nach Zielitz zum Kaliwerk wurde mit Bitumen zu einem gut nutzbaren Radweg ausgebaut. In Zielitz hat die Maßnahme "Straßenbelag Friedensring" während der Ausführung auf Grund der Unterbrechung zu einigem Unmut bei den Anwohnern geführt. Im Zuge der Vorbereitungsarbeiten wurde aber festgestellt, dass die Maßnahme nur zu einem wirklichen Erfolg führt, wenn eine Untergrundverbindung und Überbrückung der Fugen ausgeführt wird. So musste die Maßnahme nochmals ausgeschrieben werden, was zu Verzögerungen führte. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Den ersten Winter hat die Straße erwartungsgemäß gut überstanden.

Die Sanierung der Kirche sowie die Neugestaltung des Kirchplatzes ist ebenfalls erfolgreich durchgeführt worden. Es ist schön, dass nun der Bereich, der Park ähnlich angelegt ist, als zentraler Punkt seine Bedeutung findet. Im Bürgerhaus fanden ebenfalls Umbauarbeiten statt. Im Kindergarten und im Seniorenclub wurden die WC-Anlagen saniert.

Auch die Arbeit unserer ortsansässigen Vereine unterstützten wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Projekten.

Volksstimme: Was erwarten Sie für Ihre Gemeinde im Jahr 2011?

Dyrk Ruffer: Natürlich wollen wir die Gemeinde weiter attraktiver gestalten. Vorrang hat dabei die Bildung unserer Kinder. Wir als Gemeinde haben die Verantwortung für die sächlichen Voraussetzungen. Im Jahr 2011 soll die Planung für die Sanierung des Grundschulteiles in unserer Schule abgeschlossen werden. Wenn alles gut läuft, können wir noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Ein weiterer Bauabschnitt soll der Umbau der alten Sporthalle zum Theater sein. Hierfür wurden Fördermittel beantragt. Die Planung hat bereits begonnen. In diesem Theater, welches dann im Bildungs- und gemeindezentrum am Standort der Schule integriert werden wird, soll der Verein Holzhaustheater Zielitz seine neue Heimstatt finden.

Neben der Förderung von Schulen und Vereinen ist es uns wichtig, Menschen in Zielitz die Möglichkeit zum Bau eines Eigenheimes zu schaffen. Dazu werden wir das Wohngebiet "Am Friedensring" weiter erschließen. Die ersten Baugrundstücke haben bereits Käufer gefunden. Hier möchte ich auch gern immer wieder darauf verweisen, dass die Gemeinde den Bau eines eigengenutzten Wohnhauses mit 5000 Euro unterstützt.

Gleich Anfang diesen Jahres werden wir der Feuerwehr Schricke ein neues Löschfahrzeug übergeben können. Ich glaube, dass dies dann das erste tatsächlich neue Fahrzeug für die Wehr sein wird. Bisher wurde der Bestand wohl immer mit einem gebrauchten Fahrzeug aufgefrischt.

Stolz sind wir natürlich, dass wir im Jahr 2011 keine Einschnitte bei Kultur- und Freizeitangeboten vornehmen müssen. Es ist zum Beispiel wieder möglich, unser Schwimmbad mit dem beheizten Wasser sowie die Bibliothek weiter zu öffnen. Die Anträge der Vereine auf Unterstützung werden ebenfalls in der Haushaltsdiskussion mit beraten und sicherlich weitestgehend eingestellt werden. Für die weitere Sanierung der Kirche Zielitz ist im Haushaltsentwurf ein Anteil für Baumaßnahmen im Inneren der Kirche eingestellt.

Volksstimme: Welche Vor- und welche Nachteile hat die Gemeindegebietsreform für Ihre Gemeinde gebracht?

Dyrk Ruffer: Über das Thema ist von meinen Amtskollegen bereits viel geschrieben worden. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Mitarbeitern in der Verwaltung unserer Verbandsgemeinde für die Arbeit zu danken. Sicher sind noch Reserven vorhanden, aber wir sind auf einem guten Weg.

Eine spürbare Verschlechterung hat jedoch die Zuordnung des Personals der Freiwilligen Feuerwehren zur Verbandsgemeinde erwartungsgemäß zur Folge. Es ist aus meiner Sicht ein Fehler, solche über Jahrzehnte sich gebildeten Strukturen aufzuweichen. Die Feuerwehren sind nämlich nicht nur Retter in der Not, sondern auch ein ganz wesentlicher Faktor für die kulturelle Entwicklung in der Gemeinde.

Hier muss dringend wieder mehr Nähe zwischen der Verwaltung, den Feuerwehren und den Gemeinden hergestellt werden. Die Gemeinden dürfen an dieser Stelle nicht nur zum Verwalter der Gebäude und Geldbereitsteller mutieren.