Wolmirstedt. "Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider, bunt, bunt, bunt ist alles was ich hab". Dieses Kinderlied kommt einem in den Sinn, wenn man an Auerbachs Mühle, gelegen am östlichen Stadtrand, vorbeikommt. Das altehrwürdige Baudenkmal hat seit Kurzem einen neuen, originellen Hingucker: einen kunterbunten Zaun. Der umfriedet das kleine Gehege für Zierhühner und sieht aus, als wäre er aus überdimensionalen Buntstiften.

Die Idee dazu hatte Mühlenwirtin Ursula Pankonin. "Ich hab einen ähnlichen Zaun in einem Dorf bei Brandenburg gesehen. Den wollte ich unbedingt auch haben. Zu kaufen gibt es ihn aber nicht. Also musste sich mein Ehemann Horst was überlegen." Sechs Wochen hat er zusammen mit einem Kollegen getüftelt, gefräst, gemalt. Runde Pfosten aus dem Baumarkt wurde passend zugeschnitten und mit der Holzfräse "angespitzt". Zuletzt wurde der Zaun gelb, rot, grün, blau, weiß, schwarz und braun gepinselt.

Das Ergebnis sieht aus wie ein farbiges Mikado, macht Lust auf den Frühling. "Wenn Eltern mit Kleinkindern kommen, führt der erste Weg zum Hühnergehege. Das wurde vorher gar nicht so wahrgenommen. Was so ein Zaun alles bewegt. Die Mühe hat sich also doppelt gelohnt", freut sich die Mühlenwirtin.

Übrigens ist der Buntstiftzaun nicht die einzige Sehenswürdigkeit, denn die Bockwindmühle ist noch immer ein Besuchermagnet. Die wurde im Jahre 1842 erbaut und war bis 1952 in Betrieb. Letzter Müller war Karl Auerbach. Nach jahrelangem Verfall wurde die Mühle 1983 notdürftig gesichert. Von 1992 bis 1994 fand eine umfassende Sanierung statt. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch das gleichnamige Landhaus auf dem Mühlenhof.

Die Mühle verfügt auch heute noch über eine vollständige Einrichtung und ist windgängig. Besichtigt werden kann die historische Mühltechnik mit Mahlgang, Sichtmaschine, Schrotgang, Schälmaschine oder Walzenstuhl. Vorhanden ist zudem der Sackaufzug und ein alter Elektromotor. Neben der Mühle befindet sich das alte Göpelwerk, das als Antrieb für die Dreschmaschine diente.