Auf ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Dienstag konnte die Kulturhistorische Gesellschaft an der Straße der Romanik e.V. eine positive Bilanz ihrer Vereins-aktivitäten im vergangenen Jahr ziehen.

Groß Ammensleben. Im Informationszentrum auf der Domäne gab der Vereinsvorstand den Rechenschaftsbericht. Parallel zu den Ausführungen des Vorsitzenden Rüdiger Pfeiffer rief eine Computerprojektion die Veranstaltungen mit Fotos in Erinnerung.

Am Beginn des letzten Jahres stand eine Veranstaltung mit Ortschronistin Irmgard Duba. Der Autor Rolf Mey-Dahl stellte sein Buch "Die schwarze Anna" vor. Es blendet auf literarische Weise in das Dahlenwarsleben des Jahres 1934 zurück. Dem Aufruf zum Frühjahrsputz auf der Domäne, der auch in diesem Jahr wieder erfolgen soll, waren insbesondere Groß Ammensleber aus dem Angler- und den Gartenvereinen gefolgt.

Eine gelungene Vernissage war die mit dem Landschafts- und Porträtmaler Herbert Lüdeke aus Magdeburg. Zum geselligen Miteinander am 1. Mai gehört mittlerweile die Begrüßung der Radler der Aller-Elbe-Radtour bei ihrer Rast in Groß Ammensleben. Der Tag des offenen Denkmals am 12. September stand unter dem Motto "Reisen, Handel und Verkehr". Für den Vortrag hatten die Vereinsmitglieder zahlreiche alte Fotos und Zeitungsausschnitte gesammelt sowie eigene und Erinnerungen von Zeitzeugen mitgebracht. Der Vereinsausflug Ende September stand unter dem Motto "Wandern und wundern in der 1000jährigen Kaiser- und Hansestadt Tangermünde". In diesem Jahr soll die Tour auf der "Gartenträume"-Route zum Landschaftspark Harbke sowie zur historischen Orgel dort gehen. Zum zweiten Mal beteiligte sich der Verein an der Süßen Tour, in deren Mittelpunkt die Zuckerrübe, sprich das "weiße Gold" der Börde, steht. Der Heimatforscher Dr. Wilfried Lübeck berichtete über eine von der SMAD nach dem 2. Weltkrieg angeordnete Zuckerlieferung aus der Magdeburger Börde als Reparationsleistung. Die Kinder der Tagesstätte brachten mit viel Fantasie das Spiel um die kleine Raupe Nimmersatt zur Aufführung.

Ein besonderes Anliegen der Kulturhistorischen Gesellschaft ist die Zusammenarbeit mit den Geschichts- und Heimatvereinen der umliegenden Ortschaften. Und so konnte unter ihrer Federführung die dritte heimatgeschichtliche Konferenz der Niederen Börde im Bürgerhaus Gutenswegen durchgeführt werden. Die Erkenntnisse der Referenten fließen in ein weiteres Buch der Publikationsreihe ein. Das verschobene Konzert des Gemischten Chores "Deutscher Sinn" mit Lesungen aus dem von Klaus Kagelmann zusammengetragenen Sagenbuch der Niederen Börde, wird am 19. Juni 2011 in der Gutensweger Kirche stattfinden.

Der Schnellzeichner Henning Bormann war mit Katzenkarikaturen in den Ausstellungsräumen auf der Domäne präsent.

Und im November 2010 war es dann soweit: Die restaurierten Stifterfiguren wurden von der Steinmetzfirma Hütter aus Haldensleben mit schwerer Krantechnik wieder an ihren angestammten Platz im Schäfertor auf der Domäne gestellt.

"Dank der zahlreichen Spenden und der vielfältigen Unterstützung ist unsere Gemeinde Niedere Börde wieder um ein geschichtsträchtiges Kleinod reicher geworden", brachte Rüdiger Pfeiffer zum Ausdruck. Die Kulturhistorische Gesellschaft hatte die Patenschaft über die Restaurierung der Sandstein-Figuren aus der späten Barockzeit übernommen.

Auch weiterhin wird von Mai bis September an jedem letzten Sonntagnachmittag im Monat das Informationszentrum zur Straße der Romanik geöffnet sein, wobei Führungen sowohl über die Domäne als auch durch die ehemalige Klosterkirche Sankt Peter und Paul möglich sind – und wie schon viele Monate praktiziert, gibt Kantor Michael Löderbusch im Einklang mit anderen Instrumentalisten stets um halb sechs ein kleines Konzert.