In der Gutenberg-Schule gibt es eine neue Schülerfirma. Neben der Bewirtschaftung der Cafeteria, bieten die Schüler nun auch die Leistungen eines Reisebüros an. Am Montag-abend wurde das " Soleil " öffentlich gegründet.

Wolmirstedt. Das Schülerreisebüro gibt es schon länger, es existierte bisher als Arbeitsgemeinschaft. Nun wandelten die Schüler der siebenten Klasse diese Arbeitsgemeinschaft in eine Schülerfirma um, die " Soleil - sGmbH ". Soleil, das ist die französische Bezeichnung für Sonne.

Reisen in Länder mit Sonnengarantie sind allerdings nicht die häufigsten Ziele der " Soleil " - Kunden. Sie kümmern sich vor allem um die Organisation von Klassenfahrten. " Derzeit organisieren wir eine Fahrt nach Leipzig ", sagt die Geschäftsführerin Lisa Stellmach. Die Reiseorganisation beschränkt sich nicht auf die Fahrkartenbestellung. " Wir stellen auch ein umfangreiches Programm zusammen. "

Die Schülerfirma ist organisiert wie eine " richtige " GmbH. Das Stammkapital jedes Gesellschafters beträgt fünf Euro, es gibt einen Gesellschaftervertrag und Gesellschafterversammlungen.

Der Firmensitz ist das Computerkabinett der Schule. " Demnächst wollen wir uns T-Shirts bestellen, damit wir auch nach außen demonstrieren : Wir gehören zusammen ", sagt Kim Michalzik, die stellvertretende Geschäftsführerin und Abteilungsleiterin für Marketing.

Professionelle Unterstützung bekommen die Firmengründer von der Landeskoordinierungsstelle für Schülerfirmen, die vom Wirtschaftsministerium und der EU gefördert wird. " Wir bieten Fortbildungen in Marketing, Buchhaltung und Präsentation an ", erwähnt Susanne Pilz, die zur Firmengründung gekommen war und eine offizielle Gründungsurkunde überreichte. " Außerdem veranstalten wir Wochenendworkshops für alle Schülerfirmen. Dort können sie sich kennenlernen und untereinander vernetzen. "

Die Firmengründung war eingebettet in einen indischen Abend, ebenfalls von den Schülern der siebten Klasse gestaltet. Auch wenn das " Soleil " keine Reise nach Indien bietet, so hatten sich die Schüler ausführlich mit Religion, Sport, Verkehrsmitteln und den Göttern beschäftigt.

Vor Lehrern und Eltern präsentierten sie anschaulich die Ergebnisse der fächerübergreifenden Arbeiten, darunter ein Kochbuch und einen gewickelter Sari. Als schließlich Gewürztee und Dhal serviert wurden, gab es kein Halten mehr. Das Büfett war binnen kürzester Zeit dicht umlagert. Dhal ist ein indisches Linsencurry, lecker und einfach zuzubereiten, wie die verantwortliche Lehrerin Birgit Grabow versicherte.

Die Mitarbeiter des " Soleil " -Reisebüros planen indes bereits, was mit ihrem Gewinn passieren soll. " Wir möchten zur Blue Man Group verreisen ", träumt Lisa Stellmach.