Angern. Einen stimmungsvollen Musikantenball feierten am Sonnabend die Musiker des Blasorchesters Angern gemeinsam mit Freunden, Unterstützern und Ehepartnern in der Gaststätte "Zur Sonne". "Im Februar 1961 ist unser Blasorchester in der Bahnhofsgaststätte gegründet worden", wies Dirk Bindemann, Vorsitzender des 1991 gegründeten Vereines, in seiner Begrüßungsansprache auf das 50-jährige Jubiläum des beliebten Orchesters hin.

Höhepunkt im Jubiläumsjahr wird das Fest der Blasmusik sein, bei dem die Angeraner Musiker am 18. und 19. Juni gemeinsam mit anderen Blasorchestern die Musikfreunde begeistern wollen. "Dabei wird es einen Festumzug durch Angern geben, stellen sich die teilnehmenden Orchester mit Kurzvorträgen und einem gemeinsamen Zusammenspiel vor und kommen am zweiten Tag die ,Wernesgrüner Musikanten‘ zu einem Kaffeekonzert", informierte Dirk Bindemann die Ballgäste.

Bevor die sich so richtig ins Vergnügen stürzten, zeichnete Dirk Bindemann noch zwei Musiker aus, die sich besonders um die Entwicklung des Blasorchesters Angern verdient gemacht haben: Das war zum einen Fritz Bindemann, der im Februar 1961 zu den Gründungsmitgliedern gehörte und das Blasorchester seitdem musikalisch leitet. Ebenso große Verdienste erwarb sich Herbert Böttcher. Der Rogätzer komponierte zahlreiche Musiktitel für die Angeraner Blasmusiker.

In seiner Begrüßungsrede war Dirk Bindemann auch auf die Geschichte des Blasorchesters Angern eingegangen. "Die Musik bei den Festumzügen in den 50-er Jahren kam aus der Dorffunkanlage. Da kam Karl Wedekind, Rolf Wedekind und Fritz Bindemann die Idee zur Gründung einer Blaskapelle." Fritz Bindemann, der zu dieser Zeit schon eine Tanzkapelle leitete, übernahm auch die musikalische Leitung des Blasorchesters, das durch Musiker der Tanzkapelle, wie Rudi Wolter und Hans Stenzel, verstärkt wurde.

Erste Auftritte waren der Fackelumzug und die Maidemonstration 1961. Eine gute Zusammenarbeit mit der Musikschule Tangerhütte sicherte in der Folgezeit den musikalischen Nachwuchs. Mehrere Auszeichnungen folgten, darunter der Bezirksmeistertitel oder die Ehrung als hervorragendes Volkskunstkollektiv. Der große Zusammenhalt der Musiker sicherte den Fortbestand des Ensembles auch nach der schweren Wendezeit.