Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wolmirstedt blickten am Sonnabend in ihrer Jahreshauptversammlung auf das Jahr 2010 zurück. Dabei wurde klar, dass den Ehrenamtlichen so mancher Stein im Wege liegt.

Wolmirstedt. Sven Pazina, ehemaliger Wehrleiter, fand deutliche Worte: "Es fehlt am Personalkonzept, die Einsatzkleidung wird viel zu selten gereinigt und erneuert. Dafür fehlen die Mittel. Solche Probleme kommen oben nicht richtig an." Pazina ist zwar kein Mitglied der Feuerwehr mehr, weiß aber genau, wo es klemmt. Ebenso wie der Stadtwehrleiter Dirk Bischoff, der sich um die tägliche Einsatzbereitschaft sorgt. "Viele Kameraden arbeiten außerhalb. Man stelle sich eine einklemmte Person vor und die Feuerwehr kann nicht ausrücken, weil kein Personal da ist."

Bisher war die Wolmirstedter Wehr einsatzbereit, leistete im Jahr 2010 einen hervorragenden Dienst. Das bescheinigte ihnen Kreisbrandmeister Horst Nitzer. "Trotz aller Unruhen durch Gemeindegebietsreform und andere Änderungen habt ihr eure Aufgaben perfekt erledigt." Nitzer räumte ein, dass es zunehmend schwieriger wird, allen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. "Manchmal muss man sich wundern, was man mit Ehrenamtlichen macht. Aber ohne Feuerwehr wird es brenzlig." Auch Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander bedankte sich ausdrücklich bei den Kameraden, die trotz aller Schwierigkeiten immer den Dienst am Mitmenschen taten.

Ortswehrleiter Enrico Rolle kann sich auf 46 aktive Kameraden verlassen. Die fuhren 2010 genau 97 Einsätze, meistens zu technischen Hilfeleistungen, gefolgt vom Fehlalarm durch Brandmeldeanlagen. Elf Kleinbrände, fünf Mittel- und fünf Großbrände mussten sie löschen. Einer davon war der Großbrand am Wirtschaftshof, wo das Inventar der Diesterweg-Schule gelagert war. Außer zu Einsätzen treffen sich die Kameraden zu den wöchentlichen Dienst-abenden, absolvierten genau 1817 Ausbildungsstunden, viele davon an den Wochenenden.

Um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, wird die Nachwuchsgewinnung immer wichtiger. Christina Schatz betreut derzeit 13 Mädchen und Jungen und blickte auf ein sehr abwechslungsreiches Jahr zurück. Erste-Hilfe-Kurse, Schlauchbootausbildung und Zeltlager sind nur einige der Aktivitäten, mit denen sie die Kinder für das Feuerwehrleben begeistert. Um so mehr hofft sie, bald einen Stellvertreter für ihr Amt als Jugendwart zu finden.

Giesela Schulze sprach über die Arbeit der Alters- und Ehrenabteilung, erzählte von Ke-gelabenden und Berlin-Fahrten.

Die aktiven Kameraden müssen auf solche Annehmlichkeiten noch etwas warten, hegen vorerst ohnehin andere Wünsche. "Ich hoffe auf den Einbau einer neuen Heizungsanlage im Gerätehaus", nennt Enrico Rolle einen, "und dass die Kameradschaft bleibt." Ein Wunsch kann übrigens nach Jahren endlich von der Liste gestrichen werden. In etwa drei Monaten wird das neue Mannschaftstransportfahrzeug geliefert.

 

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