Gutenswegen. Der neue Prinz vom Gauseberg, Andreas II., der im bürgerlichen Leben auf den Namen Seyfert hört, hat schon eine majestätische Karriere hinter sich. Obwohl er, wie Vereinspräsident Marco Baumgarten sagte, zum Karneval wie die Jungfrau zum Kinde kam, war er bereits 1993 Prinz. Damals jedoch mit einer anderen Prinzessin, mit Kati.

Inzwischen ist der Samsweger mit der gebürtigen Französin Karine verheiratet. Während der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Gauseberger Karnevalssession haben sich beide überzeugen lassen, als Prinzenpaar zu walten. Karine I. war es dann wohl auch zu verdanken, dass das Publikum zur Prinzenkrönung am Sonn-abend international war. Denn ihre Eltern waren extra aus Bordeaux (Frankreich) angereist, um der Krönung ihrer Tochter beizuwohnen.

Dabei sein wollten am Sonnabend viele. Die Narrenschar hatte sich für ihr Prinzenpaar einiges einfallen lassen. Da schlüpften beispielsweise Britta Kanstorf und Michaela Peters in die Rolle himmlischer Schwestern, die das Gutensweger Dorfleben und die große Politik aufs Korn nahmen. Franz Baumgarten zeigte als unbeachteter kranker Ehemann sein Können. Ingo Schröder brillierte erneut in seiner Rolle als Hausmeister des Vereinsheims. Und die "Golden Girls" gaben Einblicke in die Bade- rituale im Altenheim.

Zwischendurch wurde – wie man es auf dem Gauseberg gewöhnt ist – auf der Bühne reichlich Tanz geboten. Das Gauseberger Spaßensemble wandelte auf den Spuren der Gruppe ABBA, die Gruppe "Trullas of Dance" ließ die Erinnerungen an die Fußball-Weltmeisterschaft aufleben, während bei den Chaosgänsen einen Hauch von "Mütterchen Russland" durch das Vereinsheim wehte Die Funkengarde mit ihrem Major verzückte mit Garde- und Showtanz.

"Mittlerweile können wir auch sagen, wir präsentieren eines der zehn besten Männerballette Sachsen-Anhalts", kündigte Marco Baumgarten den Höhepunkt kurz vor Ende des Programms an. Bei den Landesmeisterschaften dieser karnevalistischen Disziplin im Kulturhaus in Thale belegten die Jungs aus Gutenswegen Rang neun. In diesem Jahr wollen sie sich mit Hilfe ihrer Fans noch besser platzieren. Dass sie berechtige Chancen haben, bewiesen sie mit ihrem Bundeswehr-Tanz.

Auf dem Gauseberg ist jetzt Faschings-Hoch-Zeit: Am Sonnabend wird zum Kostümball geladen, am Sonntag stehen Kinderkarneval und Rot-Weiß-Ball auf dem Programm, ehe die "fünfte Jahreszeit" am Rosenmontag mit dem Umzug ihren Höhepunkt erreicht.

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