Wolmirstedt (cl). Ein Haltesignal, das sie stoppen könnte, gibt es für Dieter Frinken und Holger Stahlknecht nicht. Schließlich fangen der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht und sein Pendant vom Kinderschutzbund gerade erst an, zusammenzuarbeiten. Nach zaghaften Annäherungsversuchen in der Vergangenheit, "wollen wir jetzt mit geballter Kraft noch flächendeckender operieren", wie Stahlknecht die Zielstellung formulierte, die auch Landesverkehrswachts-Vorsitzender Erich Thiede begrüßte.

Während sich die Erwachsenen berieten, absolvierte die Dino-Gruppe der Kita "Ohrespatzen" ihre erste Trainingseinheit für den Rollerpass. Der stellt nach dem Fußgängerpass die zweite Stufe frühkindlicher Verkehrserziehung dar.

Bei den Kindergartenkindern ist es Usus, den sicheren Umgang im Straßenverkehr zu üben. "Was uns fehlt, ist die Mittelstufe, da bricht es weg", bedauerte Dieter Frinken. Er hofft, durch die Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Mittel und Wege zu finden, um die Kinder in punkto Verkehrserziehung bei der Stange zu halten.

Marlies Schünemann hatte bei der ersten Zusammenkunft in dieser Woche schon konkrete Ideen. Sie möchte ihre zwei Praktikanten für die präventive Verkehrserziehung abstellen. "Es gab hier schon einmal Puppentheaterstücke, die wir konzipiert haben und damit in die Kindergärten und Grundschulen gegangen sind", erinnert sich Frinken. "Das könnten wir doch wieder aufleben lassen", schlug Marlies Schünemann vor.

Holger Stahlknecht konnte im Wolmirstedter Verkehrsgarten freudig berichten, dass man auch den Hof des Kinderschutzbundes in Haldensleben endlich komplett gepflastert habe und als eine Art Verkehrsgarten nutzen könnte. "Da freuen sich auch die Schulen, dass man nicht mehr alles auf deren Pausenhof oder in der Halle aufbauen muss", blickte Stahlknechts Stellvertreterin voraus.

Einig waren sich die jeweiligen Vereinsvorsitzenden darin, dass man die Zusammenarbeit vor allem mit den Sekundarschulen verstärken muss. "Vielleicht finden sich dann auch in Haldensleben mal Schülerlotsen zusammen", geriet Dieter Frinken ins Träumen. "Denn es ist beschämend, dass es in Sachsen-Anhalt mit Halle und Wolmirstedt nur zwei Standorte gibt, an denen Lotsen im Einsatz sind." Daran wolle man gemeinsam arbeiten. Und sich dabei auch ganz sicher nicht aufhalten lassen.

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