"Bewegung nach Musik", da verdreht so mancher junge Herr im Kindesalter schnell die Augen. Dass Tanzen auch Spaß machen kann, das bewiesen am Donnerstagvormittag Jungen wie Mädchen der fünften und sechsten Klasse von der Niederndodeleber Wartberg-Sekundarschule bei einem Tanzwettbewerb der besonderen Art auf dem Sporthallen-Parkett.

Niederndodeleben. "Bewegung nach Musik" steht auf dem Lehrplan für den Sportunterricht an Sekundarschulen. "Für die meisten Jungs ist das eine schwierige Sache. Wir haben überlegt, wie wir auch ihnen die rhythmischen Bewegung schmackhaft machen können – mit Erwärmungsübungen nach Musik und einem Wettbewerb wie heute", erläuterte Sportlehrerin Susanne Grunenberg das Anliegen des "Tanzes auf dem Parkett", den sie zusammen mit ihrem Kollegen Peter Schnelle organisiert hatte.

Fußball-Pop-Song soll die Jungs motivieren

Das Sportlehrer-Duo bildete die Jury. Die Idee des Wettbewerbs ist einfach: die Schüler finden sich Gruppen zusammen, alle Gruppe führen einen Schautanz nach dem selben Lied vor.

Um gerade die Jungs zu motivieren, wählte das Sportlehrer-Duo den Erkennungssong der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika aus: "Waka Waka" von Shakira, der Popsängerin mit der bekanntesten Wackelhüfte der Welt.

"Wir haben den Schülern die Grundschritte beigebracht, teilweise haben sie die Grundtechniken übernommen, die meisten haben eigene Ideen eingebracht. Alles andere ist Improvisation", erzählte Susanne Grunenberg am Preisrichter-Tisch.

Was die Schüler auf dem Parkett boten, konnte sich sehen lassen. Perfektion war nicht zu erwarten, dafür umso mehr Freude an der rhythmischen Bewegung. Und beim Spaß war zwischen Jungs und Mädchen kein Unterschied zu erkennen.

"Uns war wichtig, dass sich die Kinder selbst überwinden, einmal vor Publikum aufzutreten. Die Schulung dieser Fähigkeit liegt uns am Herzen, gerade weil es vielen Kindern schwer fällt, sich selbst zu präsentieren."

Etwas betrübt waren die Organisatoren, weil der Applaus der Klassenkameraden anfangs etwas spärlich ausfiel.

Beifall für Andere fällt mitunter schwer

"Es fällt den Schülern gelegentlich schwer, Leistungen anderer anzuerkennen, aber auch das ist eine wichtige soziale Fähigkeit", meinte Susanne Grunenberg. Doch im Verlaufe des Wettbewerbs stieg die Stimmung, einige Jungs machten sogar die "La Ola"-Welle, die Mädchen hakten sich ein und schunkelten im Takt. Mit viel Applaus konnten die Sieger den Tanz-Pokal in Empfang nehmen.

Bei den Mädchen bekam die Tanztruppe mit Caroline Massek, Anne-Marie Mörke und Luisa-Madlen Rodenbeck die meisten Punkte. Bei den Jungen konnten sich Max Harbke, Florian Braune, Carl-Richard Schäfer, Nils Schober, Gordon Roßbach und Jan Wegner durchsetzen. Unumstrittener Gewinner des Tages war aber der Spaß aller Schüler an "Bewegung mit Musik".

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