Henning-Mankell-Fans finden ihr Lieblingsbuch sicher in der Stadtbibliothek. Astrid-Lindgren-Liebhaber auch. Andere infizieren sich erst bei Veranstaltungen mit Leselust. Die umfangreichen Angebote stellte Bibliotheksleiterin Bastienne Schröter im Kultur- und Rechtsausschuss vor.

Wolmirstedt. Leicht hat es die Bibliothek derzeit nicht. Zwischen dem Wunsch nach Neuerscheinungen und dem Kauf aktueller Bestseller steht das leere Stadtsäckel. "Bibliotheken sind die am stärksten genutzten Kultur- und Bildungseinrichtungen", sagte Bibliotheksleiterin Bastienne Schröter im Kultur- und Rechtsausschuss, "aber auch wir haben im vergangenen Jahr die Konsolidierungsphase der Stadt zu spüren bekommen." Dennoch, kein Grund zum Verzweifeln für die Bibliothekarinnen. Sie kompensieren die knappen Finanzen mit Eigeninitiative. "Mit Hilfe vieler Sponsoren konnte unsere eigene Homepage ins Internet gestellt werden", freute sich die Bibliotheksleiterin. Nutzer bekommen unter www.bibliothek-wolmirstedt.de umfangreiche Informationen über Veranstaltungen und den Medienbestand.

Der umfasst 23 000 Medien. Die Zeiten, in denen in einer Bibliothek ausschließlich Bücher entliehen wurden, sind lange vorbei. Zeitschriften, Hörbücher, Videos und DVDs haben ihren festen Platz in den Regalen erobert.

Besonders gern werden auch Spiele ausgeliehen. "Die sind relativ kostenintensiv", sagte Bastienne Schröter, "wir haben lange keine neuen gekauft." Darum möchte sie in diesem Jahr wieder auf Sponsorensuche gehen.

Neben der klassischen Ausleihe kümmerten sich die Bibliothekarinnen im Jahr 2010 um 67 Veranstaltungen. Allein 43 davon richteten sich an Kinder und Jugendliche. Mit Schulen und Kindertagesstätten wurden Partnerschaften geschlossen. Die Buchpremiere eines Ritterbuches, ein Sonntag mit Jim Knopf, der "Lesesommer XXL" sind nur einige Stichworte, die gute Erinnerungen kleiner Leseratten wecken. Für ein erwachsenes Stammpublikum hat sich besonders der monatliche "Lesetee" etabliert.

Die Bibliothek wirbt mit Plakaten für ihre Veranstaltungen, 14800 Besucher fanden 2010 den Weg in den "Büchertempel". Dennoch hat sich der Lesetrubel offenbar noch nicht überall herum gesprochen. Stadtrat Heinz Maspfuhl empfahl: "Die Bibliothek sollte mit ihren Angeboten mehr in die Öffentlichkeit gehen."

Die öffentliche Hand stellt Fördermittel zur Verfügung. Eigentlich als Entlastung für den Stadthaushalt gedacht, werden sie jedoch ohne Eigenanteil nicht ausgereicht. Die Stadt kann den Eigenanteil derzeit nicht alleine stemmen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Marlies Cassuhn regte zur Kooperation mit den umliegenden Bibliotheken an. "Durch die Zusammenarbeit lässt sich der Eigenanteil sicher leichter beschaffen."

Einen anderen Weg zur Geldbeschaffung sieht Marlies Cassuhn in der Gründung eines Bibliotheksfördervereins. Damit werden wir uns in der nächsten Zeit beschäftigen", sagte Bastienne Schröter.