Der aktuell hohe Grundwasserspiegel und die vernässten Böden bereiten Landwirten und Hausbesitzern noch immer arge Probleme. Nicht nur deswegen stand diese Problematik auf der Agenda des turnusmäßigen Treffens der drei Ortsbürgermeister in der vergangenen Woche. Unter Federführung von Franz-Ulrich Keindorff sollen nicht nur als Sofortmaßnahme die Gräben bereinigt, sondern im April auch die Verantwortlichen an einen Tisch geholt werden.

Barleben (cl). Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalts hat das Problem ebenfalls erkannt und ein Konzept zum Umgang mit hohen Grundwasserständen und Vernässungen entwickelt. Umsetzen sollen dieses Konzept regionale Arbeitsgruppen unter Leitung des Landesverwaltungsamtes, die seit dem 18. Februar dieses Jahres in den räumlichen Zuständigkeitsbereichen der Flussbereiche des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft eingesetzt werden.

In Barleben will man die Problemlösung nicht allein den Arbeitsgruppen überlassen. Diese würden, so heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde, eh "getreu der Lebensweisheit ¿Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis‘" agieren.

Zu wenig, sagen die Verantwortlichen der Gemeinde, und plädieren für konkrete Maßnahmen, die umgehend auf die Reihe gebracht werden sollen und müssen. Die Vorreiterrolle hätte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff übernommen, "der als Mann der Praxis gewillt ist, kurzfristig Wege zur Verbesserung der Grundwassersituation aufzuzeigen".

Pflege der Vorfluter nötig

Wie jüngst auf dem Kreisparteitag der FDP, wo die Liberalen in einem von ihm eingebrachten Beschluss die Landesregierung aufforderten, neben den eingeleiteten Maßnahmen zum Hochwasserschutz zeitnah auch auf die Ursachen des seit Jahren steigenden Grundwasserspiegels Einfluss zu nehmen. Dazu sei unter anderem der Erlass von Durchführungsbestimmungen zur Pflege der Vorfluter unerlässlich, da diese vor allem Regenwasser zeitnah ableiten können.

Es müsse endlich Schluss gemacht werden mit der Versumpfung ganzer Landstriche, findet Barlebens Bürgermeister und bringt es auf den Punkt: Der Mensch muss dabei wieder im Vordergrund stehen.

Gedanken zur Problematik machten sich die drei Barleber Ortsbürgermeister auf ihrer turnusmäßigen Beratung am 9. März. In der Runde mit Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff forderten sie konkrete Schritte, um dem zweifelsohne komplexen Thema zu Leibe zu rücken. Es sollte mit dem kleinsten, aber sofort möglichen Faktor begonnen werden: der Freilegung der Gräben.

Nach Auffassung der Barleber führe kein Weg daran vorbei, endlich Ohre und Sülze freizulegen und zu entschilfen. Unbürokratisch sollte auch den Agrarbetrieben mit Geld für Strom geholfen werden, damit in diesen Betrieben die vorhandenen Pumpen zur Entwässerung eingesetzt werden können.

Mängel direkt gemeldet

Das Barleber Bau- und Serviceamt hat bereits alle Gewässer zweiter Ordnung geprüft, Mängel festgestellt und den Unterhaltungsverband Untere Ohre informiert. Als erste Maßnahme wurden zugewucherte Gräbendurchlässe freigelegt. So beispielsweise Anfang vergangener Woche in Meitzendorf.

Damit die Maßnahmen nicht auf das Territorium der Gemeinde beschränkt bleiben, ergreifen die Barleber die Initiative und wollen im April alle Verantwortlichen des Landkreises an einen Tisch holen, um auch von dieser Seite Druck auf die Verantwortlichen im Landkreis und im Land auszuüben.