Mit einer überwiegend positiven Bilanz konnte Wehrleiter Michael Langrock die Jahreshauptversammlung seiner Farsleber Feuerwehr beenden. Nachdem die Kameraden durch einen Brandstifter aus ihren Reihen im Vorjahr schlagartig in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückten, sei nach dem Austritt des betreffenden Mitgliedes der Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft der restlichen Wehr weiter ungebrochen hoch.

Farsleben. "Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit!" Der Leitspruch, der an einer Wand des Gerätehauses hängt, sei für die Farsleber Feuerwehr mehr als nur ein Slogan. Das bestätigten nicht nur Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß, Wolmirstedts stellvertretende Bürgermeisterin Marlies Cassuhn und Stadtwehrleiter Dirk Bischoff, die am Sonnabend zur Jahreshauptversammlung gekommen waren. Auch die Bilanz, die Wehrleiter Michael Langrock für das Jahr 2010 vorstellte, war eindeutig.

Von insgesamt 15 Einsätzen fanden neun in der Zeit zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr früh statt. Und obwohl zehn der 29 aktiven Mitglieder in Schichten arbeiten, rückten die Farsleber zu jedem Einsatz in ausreichender Mannstärke aus.

Zu einem Problem könnte es laut Wehrleiter werden, dass von den zehn Schichtarbeitern sieben den Lkw-Führerschein haben. Um nicht im schlimmsten Fall ohne Fahrzeugführer da zu stehen, müsse man dringend weitere Kameraden zur Fahrschule schicken und für den Lkw-Führerschein qualifizieren, so wie man es mit Lars Horstmann bereits getan hat.

"Ein weiteres Sorgenkind ist mangelnder Wohnraum in Farsleben", so Michael Langrock. Viele junge Einsatzkräfte, die momentan noch im Elternhaus leben, würden naturgemäß bald auf eigenen Füßen stehen und in die eigenen vier Wände ziehen wollen. "In Farsleben bietet sich im Moment keine Möglichkeit, Wohnungen zu mieten. Schade wäre, wenn diese jungen Leute deshalb in Nachbargemeinden ziehen müssten und uns so als Einsatzkräfte verloren gehen", bat der Wehrleiter um Weitsicht bei den Verantwortlichen.

Denn der Zusammenhalt der Kameraden sei in Farsleben besonders gut. Das zeigte sich 2010 auch wieder in der gleichbleibend hohen Zahl an Ausbildungsstunden und der ebenfalls kontinuierlich recht hohen Zahl der Teilnehmer an den Dienst-abenden. Dafür dankte der Wehrleiter seinen Kameraden, rief diese aber gleichzeitig auf, auch 2011 und darüber hinaus den Weg ins Gerätehaus und zur Ausbildung zu finden.

In diesem Jahr wolle man außerdem den Raum für die Jugendfeuerwehr in Angriff nehmen, die im früheren Jugendclub neben dem Gerätehaus eine eigene Begegnungsstätte bekommen sollen.

Weitere Aufgaben nannte Stadtwehrleiter Dirk Bischoff in seiner kurzen Ansprache. Innerhalb der Stadt und ihrer Ortschaften müsse man dringend eine Analyse und ein Konzept für den Feuerwehr-Fuhrpark erstellen. Denn im Vorjahr hatte es ein Mannschaftstransportfahrzeug der Wolmirstedter Wehr nicht mehr durch den TÜV geschafft. Die Kameraden aus den Ortschaften Glindenberg und Farsleben sprangen helfend ein und stellten den Wolmirstedtern ihre Fahrzeuge zur Verfügung, wenn es nötig war.

Bischoff dankte für diese Bereitschaft, die bald nicht mehr nötig sein wird, wenn im April das neue Fahrzeug in Wolmirstedt eintrifft. Neben den Fahrzeugen müsse man auch auf die Gerätehäuser achten, die dringend mit Alarmanlagen ausgerüstet werden sollten.

Den Fakt, dass man auf die Farsleber Kameraden nicht nur in Sachen Brandschutz und Hilfeleistung zählen kann, erwähnte Rolf Knackmuß in seinem kurzen Grußwort. "Ihr seid ein großer kultureller Mittelpunkt der Gemeinde. Eurer Knobelturnier ist bekannt und beliebt, auch Osterfeuer und die Fackelumzüge sind Anziehungspunkte im Ort", so der Ortsbürgermeister, der sich bei der Feuerwehr auch für die umfangreiche Jugendarbeit bedankte.

Dass sie sich auch 2011 in der Ortschaft einbringen werden, ist sicher. Schließlich wurde an den Tischen im Saal von Webers Hof am Sonnabend nach Ende des offiziellen Versammlungsteils schon das ein oder andere Detail für kommende Veranstaltungen besprochen.