Wolmirstedt (gbi). Während Goethe schwelgt: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche...", beginnt für mindestens ein Drittel der Bevölkerung eine schlimme Zeit. Tränende Augen, laufende Nasen und Atemprobleme gehören dann zu ihrem Tag, hervorgerufen durch Pollen. Wie man ihnen helfen kann, kurzfristig und dauerhaft, darüber sprach Dr. Ulrich Neumann beim ersten Medizinischen Sonntag des Jahres im Ratssaal.

"Seit gestern blüht die Haselnuss", stieg der Hals-, Nasen-, Ohrenarzt und Allergologe in das Thema ein. Manche seiner Patienten litten bereits so sehr, dass sie schon am ersten Pollentag Hilfe brauchten. Die kurzfristige medikamentöse Behandlung lindert allerdings nur die Symptome. "Heuschnupfenpatienten brauchen unbedingt eine Immuntherapie", betont Dr. Neumann, "unbehandelt entwickelt sich sonst bei der Hälfte der Patienten mit der Zeit ein Asthma." Die Immuntherapie dauert drei Jahre, eine lange Zeit, in der die Patienten regelmäßig in die Praxis kommen müssen.

Vor der Behandlung muss erst einmal die richtige Diagnose gestellt werden. "Ganz wichtig ist es, die Lebensumstände der Patienten zu kennen", sagt Neumann und stellt einen langen Fragenkatalog vor. Leben die Patienten auf einem Bauernhof oder arbeiten in einer Müllsortieranlage? Haben die Eltern Heuschnupfen? Schon allein durch die Antworten kann man dem Allergen ein bisschen auf die Spur kommen. Kinder von Allergiker-Eltern haben ein erhöhtes Risiko, selbst Allergiker zu werden. Mit der Behandlung hilft der Arzt dem Körper, nicht mehr so viele Antikörper zu bilden. "Allergien sind nämlich Fehlregulierungen des Immunsystems." Natürlich gilt nicht nur der Heuschnupfen als Allergie. Manche Menschen reagieren auf Insektengifte, ein Stich kann lebensbedrohlich werden. "Solche Patienten müssen ein Leben lang behandelt werden", macht der Allergologe klar.

Dr. Ulrich Neumann praktiziert in Wolmirstedt, der Medizinische Sonntag wird in Zusammenarbeit mit dem Sana-Ohreklinikum gestaltet. Dr. Kurt Puschmann und Jutta Rosenbach bilden das Organisationsteam. Und natürlich hielten beide am Ende einen riesigen Blumenstrauß für ihren Referenzen bereit.