Das Colbitzer Storchenpaar wird nach seiner Rückkehr aus Afrika zwar ein neues Nest, das aber am gewohnten Standort vorfinden. Dafür sorgten am Montag einige fleißige Helfer.

Colbitz. "Der Pappelstamm mit dem Storchennest war morsch und musste gefällt werden", bedauerte Hobby-Ornithologe Herbert Bilang. Im Juni 2006 hatte sich das Storchenpaar kurzfristig entschieden, den bisherigen Brutplatz auf dem Schornstein des früheren Heizhauses der Colbitzer Schule zu verlassen und dafür auf dem Stamm einer "geköpften" Pappel in der Langen Straße niedergelassen.

Doch die fiel jetzt der Motorsäge zu Opfer, weil die Standsicherheit nach einem zerstörerischen Pilzbefall nicht mehr gewährleistet war. In wenigen Tagen werden die Störche zurückerwartet. Werden sie vergeblich Colbitz anfliegen?

Damit das nicht so ist, waren am Montag einige fleißige Helfer in Aktion. "Unterstützung gab es von der Unteren Naturschutzbehörde, von der Heide Agrar GmbH, auf deren Technikhof die Pappeln standen sowie von der Gemeinde Colbitz", bedankte sich Herbert Bilang.

Die Gemeinde stellte nicht nur Technik, sondern aus ihren Beständen auch einen Holzmasten zur Verfügung. Darauf wurde eine vorgefertigte Horstanlage aus Metall montiert, die die Untere Naturschutzbehörde lieferte. Am vergangenen Montag setzten Heiko Stachowiak, Bernd Mühlenberg, Klaus Weniger, Gerald Ebert, Jürgen Fritsche und Gerhard Neumann gemeinsam mit Herbert Bilang den Mast mit der darauf montierten Horstanlage genau an der Stelle wieder in den Boden, an der die morsche Pappel gestanden hatte.

Störche vermutlich noch in Nordafrika

"Unser Storchenpaar wird jetzt wahrscheinlich noch in Nordafrika weilen", vermutete Herbert Bilang, der aber fest damit rechnet, dass die Störche spätestens am letzten Märzwochenende wieder in Colbitz sein werden. Dabei verweist er auf eine alte Bauernregel: "Bekannt ist, dass auf Gertraudsfest der Storch besucht sein altes Nest". Gertraudsfest wäre allerdings schon heute.

Die Colbitzer Störche gehören zu den sogenannten Ostziehern. Sie überwintern im Gegensatz zu den Westziehern, die lediglich bis Spanien fliegen, in Afrika. "Deshalb kommen sie natürlich auch später zurück", so Bilang.

Er verfügt über Aufzeichnungen, die belegen, dass bis Ende der 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Colbitzer Schlossstraße die Störche brüteten. "In Lindhorst bis zum Jahr 1966 auf dem Gehöft Wehrmann", ergänzt Bilang.

Danach ward viele Jahre kein Storch mehr in Colbitz gesehen. Bis zum Jahr 1994, als wieder Störche suchend über dem Heidedorf kreisten. "In einer kurzfristigen Aktion haben wir damals ein altes Wagenrad als Nisthilfe auf den Schornstein des nicht mehr genutzten Schulheizhauses aufgesetzt", erinnerte sich Herbert Bilang. Dort brütete das Storchenpaar jährlich bis zu seinem abrupten Umzug in die Lange Straße. Aber auch dort gab es regelmäßigen Nachwuchs durch Adebar. Das hoffen Bilang und die fleißigen Helfer auch für die Zukunft.