Groß Ammensleben (kl). Die weitere Gestaltung der regionalen Zusammenarbeit mit Wirtschaftsstandorten in der Niederen Börde war das Thema einer Diskussionsrunde am Mittwoch, zu der in das NIBRA-Werk nach Groß Ammensleben eingeladen wurde.

Die Initiative zu dieser Veranstaltung ging vom Geschäftsführer Manfred Bracht aus, der im vollbesetzten Versammlungs- und Schulungsraum auch Dr. Rüdiger Pfeiffer, Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Gemeinderat Niedere Börde, als Diskussionspartner gewinnen konnte.

Als einer der angesagten Unternehmensmanager in Sachsen-Anhalt gab Manfred Bracht zunächst einen Einblick in die wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt, aber auch in der Niederen Börde. Dabei konnte er hervorheben, dass NIBRA stets auf ökologische und umweltverträgliche Standards setzt und auch in Zukunft weiter eine Vorreiterrolle in der Börde einnehmen wird. Aktuelles Thema an diesem Nachmittag aber war auch die atomare Katastrophe in Japan.

Dr. Rüdiger Pfeiffer seinerseits stellte neue Gedanken zur Wiederaufnahme des Dialogs mit der regionalen Wirtschaft und vor allem den großen Betrieben in der Gemeinde vor. Sein unterbreiteter Vorschlag zur Gründung eines Wirtschaftsrates, in dem Fachexperten aus Unternehmen der Industrie, aus Handwerk und Gewerbe, Rat und Tat zum Wohl der Gemeinde Niedere Börde einbringen können, stieß ebenso auf Interesse und offene Ohren wie seine Anregung, das Vahldorfer Gewerbegebiet aufgrund seiner lärmgeschützten Lage und guten verkehrstechnischen Anbindung zum Industriegebiet, ähnlich wie Magdeburg Rothensee, zu profilieren. "Denn so kann der Anspruch, angenehme Wohngemeinde mit guter Lebensqualität in reizvoller Bördelandschaft mit niveauvollen Freizeitmöglichkeiten zu sein, verwirklicht werden", betonte Pfeiffer. Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt: Die Schaffung neuer regionaler Arbeitsplätze stärkt die Wirtschaftskraft der Gemeinde und mit den finanziellen Möglichkeiten schließlich die Kaufkraft der beschäftigten Einwohner.

Wie der CDU-Landtagsabgeordnete Holger Stahlknecht gegenüber der Volksstimme zum Ausdruck brachte, unterstützt er nachhaltig die Bestrebungen zur weiteren Ansiedlung von Wirtschaft, Handwerk und Gewerbe sowie Dienstleistern auf dem Lande, da für eine solide Wirtschaftsförderung und Ansiedlungspolitik zwingend die Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt erforderlich ist.

Die anschließende konstruktive Diskussion warf zahlreiche interessante Fragen auf. So unter anderem zu beweglichen Zeiten der Kindertagesstätten, die zu flexiblen Arbeitszeiten passen, zur ärztlichen und medizinischen Versorgung, zu Feuerwehr und Katastrophenschutz, sowie zur Energiepolitik, aber auch Vereinsförderung.

Es wurde deutlich, dass die Aktivitäten der Gemeinde für die Erhöhung der Lebensqualität gebündelt werden müssen. Gleichzeitig kam zum Ausdruck, dass die Gemeindeverwaltung auch im Verständnis eines modernen Gemeinde-Services als Dienstleister für die Bürger geführt werden muss, um die Aufgaben der Zukunft noch qualitätsvoller bewältigen zu können.