"Déjà vu", die Theatergruppe des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums, lädt für den 7. April zur Premiere. Das neue Stück trägt den Titel "Laut" und stammt aus der Feder von Nils Kugler.

Wolmirstedt. Die Theatertruppe um Deutschlehrer, Autor und Regisseur Nils Kugler hat sich gewaltig verjüngt. So fiel es den Mimen nicht schwer, die Rollen eines Familienstücks zu besetzen. "Ich bin der Sohn von Mac und ein bisschen durchgedreht" , erzählt Jonas und lässt seine Zahnspange im Mund hin und her wandern, "ich verwechsele immerzu den Valentinstag mit Halloween und warte auf Geister." Sein "Vater" Mac ist die Hauptfigur und wird von Christian Jacob gespielt. Schon in der ersten Szene präsentiert er sich als selbstgerechter Familiendespot, behandelt seine sensible, klavierspielende Frau (Julia Jantos) derart herablassend, dass man die Ärmste sofort aus der Szene befreien möchte.

Doch worum geht es nun eigentlich in "Laut"? "Drei Familien treffen sich am Valentinstag, wollen am fein gedeckten Kaffeetisch heile Welt miteinander feiern. Doch die gibt es nicht", erzählt Nils Kugler. Die Welt dieser Familien ist im Gegensatz zum feinen Porzellan sogar ziemlich kaputt, ist durchtränkt von außerehelichen Affären, dem Auftauchen einer alten Liebe in aktuellen Gedanken, von verletzten Gefühlen, verbaler Rohheit.

"Wir zeigen, wie man sich selbst und andere durch Worte und Taten vernichten, zu Grunde richten kann", versucht Julia Jantos eine Erklärung für den roten Faden des Stückes. Und schon drängen sich Fragen auf. Was hat solche Illusionslosigkeit in der Liebe mit den Gymnasiasten zu tun? Sind sie für soviel Bitterkeit und Gefühlschaos nicht noch viel zu jung? Müssen ihre Teenager-Seelen nicht eigentlich rosa bebrillt auf herzförmigen Wattewolken durch sämtliche siebte Himmel segeln?

"Nein", wehren sie einhellig ab, "wir kennen das Leben." Und dann erzählen die Darsteller der Erwachsenen – Anne Rieke, Stefanie Holze, Julia Jantos, Florian Orlowski und David Leiffert – von Träumen, die nicht mehr passen und von schwarz-weißen Sichtweisen, die Grautöne auslassen. "Wir haben uns nach der letzten Premiere in einer Kneipe wieder gefunden", erinnert Nils Kugler, "und an diesem Abend haben wir uns von unseren verkorksten Beziehungserfahrungen erzählt. Da wurde mir klar: Daraus machen wir unser nächstes Stück."

Magdeburger Band ist ins Stück integriert

Er schrieb "Laut", packte wieder Sinnfragen und bittere Dialoge hinein, und wer Nils Kugler kennt, der weiß, Frauen gelten bei ihm fast immer als die besseren Menschen. Sie sind es, die am Ende aufbegehren und die Fäden in die Hand nehmen. Doch auch Mac, der Familientyrann, kriegt seine Chance. Der Despot wird am Ende doch noch von seinen Gefühlen übermannt.

Laut wird das Stück vor allem durch die Magdeburger Band "Ben Racken", die während des Stückes live auf der Bühne spielt, quasi in die Handlung eingebaut ist. Und mehr wollen die Mädchen und Jungen von "Déjà vu" dann wirklich nicht verraten. "Wir wollen das Publikum überraschen", sagt Florian Orlowski bestimmt. Nur noch die Daten, die rücken sie heraus. Am 7. April um 19 Uhr ist in der Aula des Gymnasiums die Premiere, am Tag darauf zur gleichen Zeit die zweite Vorstellung.