Wolmirstedt. Natürlich hatte der Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband seit seinem Umzug in die Innenstadt Ende 2009 schon Kundenkontakt. Die Türen des neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Boulevard standen quasi immer offen.

Dennoch lud Geschäftsführer Frank Wichmann am Freitag zu einem Tag der offenen Tür. Jeder, der wollte, konnte sich in den Büros umschauen und zum Beispiel mal einen Blick darauf werfen, ob der Chef auch einen aufgeräumten Schreibtisch hat. "Wir feiern heute einfach den 500. Tag des Einzuges", gab Frank Wichmann dem Tag einen weiteren Anlass.

Viele Bürger hatten die Einladung angenommen. Aber auch zahlreiche Vertreter der Umlandgemeinden und Bauämter sowie alte und neue Verbandsmitglieder waren vorbeigekommen. Diesen offiziellen Gästen gaben Frank Wichmann und der Verbandsvorsitzende Jörg Meseberg im Beratungsraum einen Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre Firmengeschichte. Am 17. April 1991 hatte die Gründungsversammlung im Schulungsraum des damaligen Landratsamtes in der Seegrabenstraße stattgefunden. Diese Baracke sollte bis 2009 das Verwaltungsgebäude bleiben. 46 Deligierte aus 29 Städten und Gemeinden waren bei der Entstehung des WWAZ dabei. Reinhard Schimka aus Klein Ammensleben wurde zum ersten Verbandsvorsitzenden gewählt.

Bis Ende 1993 kümmerte sich die Magdeburger Wasser- und Abwassergesellschaft noch um die geschäftlichen Belange. Wirklich eigenständig ist der WWAZ erst seit dem 1. Januar 1994 für die Wasserver- und die Abwasserentsorgung zuständig. Zu den Aufgaben des Verbandes gehören Bau, Betrieb und Unterhaltung der erforderlichen Trink- und Abwasseranlagen. Zu den Mitgliedern gehören heute sechs Einheitsgemeinden, bestehend aus 32 Ortschaften.

Doch damit nicht genug, eine weitere Expansion ins Umland ist geplant und wird teilweise in Gesprächen schon konkretisiert.

Jörg Meseberg bedankte sich in seiner Funktion als aktueller Verbandsvertreter beim Geschäftsführer und allen Mitarbeitern aus den vergangenen 20 Jahren für die geleistete Arbeit. Diese war "nicht immer vergnügungssteuerpflichtig", wie er die Erinnerung an die schwierige Situation der 90er Jahre umschrieb, als anfangs nur Wolmirstedt und Zielitz an die zentrale Schmutzwasserkanalisation angeschlossen und umfangreiche Investitionen nötig waren. "Mittlerweile sind wir in ruhigem Fahrwasser angekommen und gut für die Zukunft aufgestellt", so Meseberg. "Wir ernten jetzt die Früchte, die damals gesät wurden."

Auch die Gebührenentwicklung sei erfreulich verlaufen. "Wir liegen gleich hinter Magdeburg. Bei den vierköpfigen Haushalten sind wir aber bereits günstiger", machte Wichmann anschaulich und stellte fest: "Wir machen unser Einzugsgebiet zum Eldorado für Großfamilien und Unternehmen."

Auf diese Bilanz und die Zukunftsaussichten wurde dann auch angestoßen. Und das, wie man verraten kann, nicht nur mit Wasser.