Eine Wanderausstellung zur Arbeitsweise des Bundestages ist seit gestern in Foyer und Wintergarten der Gemeindeverwaltung in Barleben zu besichtigen. "Die Ausstellung ist eine von insgesamt sieben, über die 622 Abgeordneten für ihre Wahlkreise verfügen können", informierte Kurator Martin Bayer.

Barleben. Schon gewusst? Der Bundestag setzt sich je zur Hälfte aus den in den 299 Wahlkreisen direkt gewählten Kandidaten und einer gleichen Anzahl Abgeordneter zusammen, die von den Parteien über Landeslisten in das Parlament geschickt werden. Das ergibt die Mindestzahl von 598 Mitgliedern. Zusätzlich können Überhangmandate entstehen. Im neuen Bundestag gibt es davon 24.

Nicht nur was ein Überhangmandat ist, vermittelt die Ausstellung eindeutig. Sie nimmt den Betrachter auch mit auf eine geschichtliche Exkursion bis hin zur Geburtsstunde des höchsten Organs der parlamentarischen Demokratie in Deutschland, klärt über parlamentarische Begriffe auf und vieles mehr.

Die 20 Schautafeln hat Jens Ackermann nach Barleben geholt. Der kam im September 2009 über die Landesliste in den 17. Deutschen Bundestag und gehört der 93-köpfigen FDP-Fraktion an. Börde und Jerichower Land vertreten bis 2013 in Berlin auch Waltraud Wolff (über die SPD-Landesliste gewählt) und Manfred Behrens, der für die CDU vor zwei Jahren das Direktmandat im Wahlkreis 68 holte und gestern ebenfalls anwesend war.Jens Ackermann durfte die Ausstellung eröffnen. Dann enteilte der 35-Jährige sofort wieder nach Berlin. Dort begann gestern eine neue Sitzungswoche. Der Montag und der Dienstag bleiben nach seinen Worten den Fraktionen und ihren Arbeitsgruppen vorbehalten. Der Rest der Woche gehört dem eigentlichen parlamentarischen Betrieb. Unter anderem steht in dieser Woche die Krankenhaushygiene auf der Tagesordnung.

Der Barleber Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff, wie ein großer Teil der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung gestern zur Ausstellungseröffnung gekommen, war erfreut, dass sich nach bisheriger Übersicht vier Schulklassen an den Schautafeln kundig machen wollen. Die Mädchen und Jungen können dann – wie gestern die ersten Besucher – das in Foyer und Wintergarten reichlich ausliegende Informationsmaterial einsacken. Ausstellungskurator Martin Bayer versprach, anschaulich Unterricht in Sachen Parlamentskunde zu geben.

Und Manfred Behrens freute sich, dass seine Heimatgemeinde Räume zur Verfügung gestellt hat und damit der viel zitierten Politikverdrossenheit entgegensteuert.

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