Die Pläne zur Errichtung eines Landjugendzentrums verlieren die Hohenwarsleber nicht aus den Augen. Das bekräftigte Ortsbürgermeister Wolf Graf von Westarp am Montag gegenüber der Volksstimme. Doch die Gemeinde Hohe Börde hat andere Pläne.

Hohenwarsleben. Bereits aus dem Haushaltsplan 2010 der Gemeinde Hohe Börde war das Landjugendprojekt in Hohenwarsleben herausgeflogen. Zwar war zuvor ein Antrag der Gemeinde auf Unterstützung des Vorhabens durch die EU-Förderkonzeption "Leader" gestellt worden, doch die Gesamtfinanzierung scheiterte aufgrund der damaligen Haushaltslage der Gemeinde Hohe Börde. Außerdem war das Landjugendzentrum in der "Leader"-Liste abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze gelandet.

Ein Jugendzentrum gilt als freiwillige Aufgabe und in Zeiten der nach wie vor für die Hohe Börde währenden Haushaltskonsolidierung dürfen Gemeinden in der Regel nur Pflichtaufgaben erfüllen – zum Beispiel Brandschutz und Kita-Betreuung.

Allerdings will die Ortschaft den Eigenanteil für das Landjugendzentrum aus ihren Rücklagen bestreiten – zurzeit etwa 30000 Euro. Und die Rücklagen stehen der Ortschaft auch für Investitionen im eigenen Dorf zu. Das hat auch das Innenministerium so bestätigt.

"Wir bleiben an dem Ziel dran", erklärte von Westarp. Im vergangenen Jahr waren aber in Hohenwarsleben schon erste Anzeichen der Resignation zu hören. Vor allem die als gering eingeschätzten Chancen auf "Leader"-Fördergelder ließen einige Ortschaftsräte über eine "kleinere", billigere Variante mit Eigenmitteln nachdenken. Aber selbst die ist jetzt in Gefahr.

Denn: Die Gemeinde Hohe Börde plant, das Regenrückhaltebecken in der Gemarkung Hohenwarsleben an der Autobahn für die Niederschlagsaufnahme aus dem Hohenwarsleber Gewerbegebiet zu vergrößern – unter Verwendung der Rücklagen der Ortschaft Hohenwarsleben. "Dieser Bau ist aber gar nicht nötig", erklärte von Westarp und erinnerte an die von der Ortschaft bevorzugte Variante. Danach sollen die potenziellen gewerblichen Neuansiedler auf ihrem eigenen Grundstück eine Regenwasserauffanganlage errichten, die mittels eines Drosselwerks ihr Regenwasser schrittweise in das vorhandene Regenrückhaltebecken abgeben kann. Dazu gibt es laut Westarp erste Berechnungen. "Diese ganze Angelegenheit wird mit der Gemeinde noch zu klären sein."

Wird es auch: Das Thema Landjugendzentrum oder Regenrückhaltebecken wird laut Aussagen von Bürgermeisterin Steffi Trittel "sicherlich während der Finanzausschusssitzung am kommenden Dienstag beraten werden. Dann steht die Auswertung der Ortschaftsanhörungen zum Haushaltsentwurf 2011 auf der Tagesordnung".

Prioritär sei nach Einschätzung der Gemeindebürgermeisterin eher gewerbliche Ansiedlung mit allem, was dazu gehöre, als die freiwillige Aufgabe, wie der Bau eines neuen Jugendzentrums.