Wolmirstedt. Der Heimatverein feiert heute Abend im Rahmen seiner monatlichen Zusammenkunft sein 20-jähriges Bestehen. 20 Jahre sind eine gute Gelegenheit, einmal zu schauen, was so ein Heimatverein eigentlich tut.

"Zum Einen möchten wir das kulturelle Leben der Stadt bereichern", sagt Vorstandsmitglied Bastienne Schröter, "aber die Mitglieder haben über die Mitgliedschaft im Verein auch viele Möglichkeiten, hinter die Kulissen heimischer Werke zu schauen." Für Einzelpersonen sind solche Führungen durch regionale Betriebe eher schwierig zu organisieren. So schauten die Mitglieder des Heimatvereins zum Beispiel in den Produktionsablauf des Dachkeramikwerkes in Groß Ammensleben oder des Euroglaswerkes Haldensleben.

Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder außerdem zu einer Busexkursion in die weitere Heimat, erkundeten Halberstadt oder das Kloster Michaelstein in Blankenburg. Die jährliche Fahrradtour wurde aufgrund des hohen Alters der Mitglieder zu einer Autotour umfunktioniert. "Wir besuchen gerne Baudenkmäler des Landkreises", sagt Bastienne Schröter. Immer steht die Bildung im Vordergrund, jedes Treffen erweitert den Horizont.

Seit der Gründung des Heimatvereins arbeitet Erhardt Jahn als Vorsitzender. Der umtriebige Gutensweger bereichert die monatlichen Treffen oft selbst mit Vorträgen über seine Reisen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört außerdem Otto Zeitke, der ebenfalls mit seinen literarischen Werken eine feste Stütze des Vereins ist. Auch die literarischen Abhandlungen Brigitte Köthers finden viel Zuspruch.

Geht der Heimatverein nicht auf Reisen, treffen sich die Mitglieder meistens im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne. Dann laden sie sich gern auch kompetente Fachleute jenseits des Vereins für Vorträge ein.

Über 200 Veranstaltungen organisierten die Heimatfreunde in den vergangenen 20 Jahren, und auch der 20. Geburtstag wird nicht nur mit Sekt, Schnittchen und lobenden Worten gefeiert. Ab 19.30 Uhr lüftet der Archäologe Rainer Kuhn im Bürgerhaus die Geheimnisse der sensationellen Grabungsergebnisse jüngerer Zeit im Magdeburger Dom. Die Gebeine der Königin Editha gehören zu den spektakulären Funden, aber auch die Fundamente zweier Kirchen aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.