Die Ortschaftsräte in Meitzendorf und Barleben wurden in der abgelaufenen Woche zur Bootsstegsituation am Jersleber See informiert. Der Wasserspiegel des Sees ist in der vergangenen Zeit um etwa zwei Meter angewachsen. Das hat dazu geführt, dass die derzeit noch vorhandenen privaten Steganlagen nicht mehr brauchbar sind. Sie stellen zudem ein Gefahren- potenzial dar.

Meitzendorf. Angesprochen wurde die Situation bei den Bootsstegen bereits Ende Februar auf der Einwohnerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus des Ortsteils Meitzendorf. Der gestiegene Wasserstand und die Ausuferung des Sees führten dazu, dass die privaten Bootsstege fast alle überflutet sind. Die Gemeinde Barleben als Hausherrin am See trägt sich mit der Absicht, den Wiederaufbau der Stege zu untersagen. "Gerade am Westufer ist ihr Anheben mit erheblichem Aufwand verbunden", führte Vize-Bürgermeister Jörg Meseberg am vergangenen Donnerstag im Ortschaftsrat Barleben aus.

Als Alternative will die Kommune ein fertiges Stegsystem auf Pontons anbieten und die Liegeplätze an den dann gemeindeeigenen Steganlagen kostendeckend vermieten. Meseberg zufolge ist beabsichtigt, fünf schwimmende Steganlagen zu errichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf 100 000 Euro. Das Geld soll mit dem ersten Nachtrag zum Haushaltsjahr 2011, der am 31. Mai verabschiedet wird, bereit gestellt werden.

Bislang legen rund 30 Bungalowfreunde und Sportangler auf den Jersleber See Boote auf. Wer in ein entsprechendes Verzeichnis eingetragen ist, hat seit 2003 ein Entgelt zu entrichten. Der Rat der damals noch eigenständigen Gemeinde Meitzendorf hatte im Dezember 2002 eine entsprechende Satzung mit Entgeltordnung erlassen. Die Gemeinde wollte sich mit dieser Regelung eine Einnahmequelle erschließen. Als Eigentümerin der See- und Uferflächen durfte sie das. Pro Quadratmeter Steg wurden drei Euro im Jahr fällig. Der Tarif für das Auflegen von Booten betrug für die Frist von einer Woche fünf Euro.

Wurde die Erlaubnis für einen Monat erteilt, mussten zehn Euro entrichtet werden. Wurde der Liegeplatz für die Dauer eines Jahres eingetragen, waren 50 Euro zu berappen. Vereine bekamen die Möglichkeit, einen Antrag auf Befreiung zu stellen, da sie im Gegenzug durch Arbeitseinsätze für Ordnung und Sauberkeit am Gewässer sorgen. Jörg Meseberg hofft, mit allen Steginhabern zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen. "Schließlich haben sie die Stege teilweise noch zu DDR-Zeiten in mühevoller Arbeit angelegt", so der stellvertretende Bürgermeister der Großgemeinde Barleben.