Vertreter der TEO Industriedesign GmbH Kassel sind im Ortschaftsrat Barleben mit einer neuen optimierten Variante der Edelstahl-Raumkante für den Breiteweg durchgefallen. Die Entwürfe stießen auf Ablehnung. Sie sollen am 9. Juni überarbeitet wieder vorgelegt werden. Die halbtransparente Sichtbarriere von hundert Metern Länge soll Auslauf des Sommers aufgestellt werden, damit sie im Herbst bepflanzt werden kann.

Barleben. Stab- oder Drahtseilgeflechte in einzelnen Zaunfeldern werden wegen vorzugsweise serieller Fertigung durch perforierte Bleche ersetzt – bei Dr. Edgar Appenrodt (Freie und Unabhängige Wähler) stieß der neuerliche Versuch der Kasseler Designer, die Vorgabe der Barleber Ortschaftsräte, das Sparpotenzial auszuschöpfen, auf Ablehnung. Auch Reinhard Lüder (SPD) sprach von einem "schlechten Entwurf", der zurückzuweisen sei. Eine Raumkante – respektive Zaun– in der vorgelegten Fassung verschönere das Ortsbild nicht, eher sei das Gegenteil der Fall. Ortsbürgermeister Horst Blume hielt das Aus- füllen der Zaunfelder mit spinnennetzartigen Drahtseilgeflechten für die bessere Lösung. Jürgen Herrmann (FW/UWG) plädierte dafür, eine vernünftige Lösungsvariante zu finden, die möglichst vielen Bürgern gefällt. Manfred Stieger und Klaus Fischer wiederum, ordentliche Mitglieder der SPD-Fraktion, sehen in der Errichtung des Zaunsystems weder Sinn noch Verstand, brachten das in der Sitzung am vorigen Donnerstagabend auch entsprechend zum Ausdruck.

Barlebens Sanierungsbeauftragter Henry Gnauert hingegen brach eine Lanze für die vor sechs Jahren getroffene Entscheidung. Ansinnen sei es gewesen, eine erlebbare Abgrenzung mit ästhetischem Anspruch zu schaffen, eine örtliche Besonderheit, mit der Barleben im Wettbewerb der Kommunen punkten könne. "Man sieht die Autos nicht mehr, hat aber den Blick auf die dahinterliegenden Märkte", sagte Gnauert. Die halbtransparente Barriere deute die Kulisse der ehemaligen Häuserfront am Breiteweg an, trenne zugleich den öffentlichen Verkehrsraum von den beiden Einkaufsmärkten ab.

Anfänglich sollte das an der höchsten Stelle 4,50 Meter aufragende Zaunsystem unter Einbindung eines Informationspunktes rund 350000 Euro kosten. Das Terminal inklusive Bildschirm sind dem Rotstift zum Opfer gefallen. Durch weitere Materialminimierung sind die Herstellungskosten inzwischen bei rund 180000 Euro angelangt. Und dort werden sie sich wohl auch einpegeln. Soll die von den Designern erdachte Silhouette in eine Kostenoptimierungsvariante hinüber gerettet werden, braucht das Zaunsystem auf seiner Gesamtlänge von rund hundert Metern eine erforderliche Höhe. Und die liegt bei etwa vier Metern.