Der Eingang zur Katharinenkirche ist seit Dienstag durch einen großen Bauzaun versperrt. Der Grund: Der Kirchturm muss dringend saniert werden. Die Veranstaltungen in dem beliebten Gemeindehaus finden dennoch statt, das Vereinsleben bleibt intakt.

Wolmirstedt. Wenn, wie am vergangenen Sonntag, die Glocken der Katharinenkirche schweigen, obwohl Gottesdienst gefeiert wurde, wirft das auch in der Bevölkerung Fragen auf. Die häufen sich gewöhnlich, wenn wie am Dienstag noch ein Bauzaun um das Portal dieser altehrwürdigen Kirche gezogen wird. Und deshalb suchte Pfarrerin Ulrike Reichardt ganz bewusst die Öffentlichkeit, informierte die Volksstimme und sorgte so für Aufklärung: "Am Kirchturm der Katharinenkirche wurden in der vergangenen Woche bei einer ,Inspektion‘ in luftiger Höhe gehäuft Schäden am Gestein und den Verfugungen entdeckt – direkt über dem Eingangsbereich des sakralen Bauwerkes. Das war es noch nicht. Auch das Balkenwerk rund um den Glockenstuhl weist deutliche Spuren von Schäden auf. Das heißt, die Handwerker müssen schnellstmöglich einziehen, um die Gefahrenstelle zu sichern."

Wie die Pfarrerin beichtete, "traf uns dieses Dilemma im wahrsten Sinne des Wortes aus heiterem Himmel". Und dann berichtete sie, dass mehr zufällig, im Zuge einer Bauuntersuchung, die Mängel zutage traten, "so konnte glücklicherweise umgehend gehandelt werden, bevor etwas passierte".

Um das auch in Zukunft zu verhindern, wurde sofort ein Bauzaun errichtet. In der kommenden Woche wird nun damit begonnen, den Kirchturm einzurüsten.

Zunächst werden die schadhaften Stellen in großer Höhe vorbeugend verdrahtet, so dass kein Steinabgang erfolgen kann. Später soll dann, weil zwingend erforderlich, die Sanierung erfolgen. Dennoch macht sich die Pfarrerin ernsthaft Sorgen: "Mitten in einer Zeit großer Feiern und zahlreicher Veranstaltungen ist plötzlich der Zugang zur Kirche nicht möglich. Ganz zu schweigen von der gewaltigen Last, von einer auf die andere Minute mit großen Sanierungsaufgaben an dem Wahrzeichen der Stadt konfrontiert und gleichzeitig gefordert zu sein.Und das mit dem Wissen, dass die Aufgabe die personellen Kräfte als auch die finanziellen Mittel der Kirchengemeinde mit Sicherheit weit übersteigen werden."

Ulrike Reichardt ist dennoch sehr zuversichtlich, setzt auf die Wolmirstedter, kann sich aber vor allem auf die Behörden, in diesem Fall die Untere Denkmalbehörde des Landkreises, verlassen. Im Gespräch brachten Verwaltung und Kirche von Anbeginn zum Ausdruck: "Die Arbeit der Gemeinde soll möglichst wenig darunter leiden, und die Menschen in Wolmirstedt sollen ihre Kirche trotz der ,Baustelle‘ auch weiterhin besuchen können "

Die logische Konsequenz, der Haupteingang wurde kurzerhand verlegt. Die Katharinenkirche ist ab sofort durch den Nebeneingang auf der Nordseite zu erreichen.

Damit ist auch die Garantie gegeben, dass (nicht nur) am kommenden Wochenende alle Veranstaltungen stattfinden können – so am Sonnabend das ökumenische Frauenfrühstück und tags darauf das Kindermusical.