Das Angebot war sportlich, das Programm unterhaltsam, die Stimmung spritzig und das alles für einen guten Zweck. Die AG "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" des Kurfüst-Gymnasiums Wolmirstedt lud am Freitagnachmittag zur Veranstaltung "Benefiz für Hospiz". Der Erlös soll an das Luisenhaus in Magdeburg gehen.

Wolmirstedt. Noch lange nach dem letzten Klingelzeichen wollte am Freitag am Kurfürst-Gymnasium keine Ruhe einziehen. Gegen 14.30 Uhr wurde zum Konzert geladen, öffneten sich an diesem Tag noch einmal die Türen der Bildungseinrichtung. Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde strömten den Nachmittag über in die Schwimmbadstraße, um an der Veranstaltung "Benefiz für Hospiz" teilzunehmen. Andrea Schlaugat, Lehrerin und Leiterin der Arbeitsgruppe, bei der die organisatorischen Fäden zusammenliefen, war dann auch ein gutes Stück sprachlos: "Ich kann gar nicht hoch genug die Arbeit der Schüler einschätzen, die von ihnen im Vorfeld und zur Veranstaltung geleistet wurde. Und da beziehe ich ausdrücklich alle ein, nicht nur die Mitglieder der AG. Aber wenn ich dennoch einen beim Namen nenne, wird mir das keiner verübeln. Schirmherr Fabian van Olphen, der Vorzeige-Handballer des Bundesligisten SCM, hat uns bei der Veranstaltung einmal mehr selbstlos zur Seite gestanden."

Nachdem die engagierte Lehrerin, wie sie sagt, ihre "Pflicht" getan hatte, fand sie die Muße, über die Veranstaltung selbst zu sprechen: "Der Grundgedanke war, ein Handballturnier zu organisieren und darum herum ein tolles Fest zu stricken." Das Konzept – das zeigten nach der offiziellen Eröffnung die 120 schnelllebigen Minuten – war augenscheinlich aufgegangen. Das sah Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander, der extra für die Benefiz-Veranstaltung den Urlaub unterbrach, genauso: "Den Schülern, Lehrern und Eltern, die sich hier eingebracht haben, gebührt Anerkennung." Und dann verriet der erste Bürger der Stadt Wolmirstedt auch, warum er immer wieder gern ins Gymnasium "ohne Rassismus, aber mit Courage" kommt: "Hier werden Werte vermittelt, die jeder verinnerlichen sollte."

Nach einer "Minute des Insichgehen" gaben Tina Koslowski und Erik Niemietz, Schüler der 10. Klasse, die durch das Programm führten, die Bühne für den "Ballzauber" frei, wurde vor allem Handball gespielt. Die Mädchen der 5. bis 7. Klasse des Gymnasiums hatten sich mit SV Irxleben und HSV Haldensleben starke Konkurrenz ins Haus geholt. Auch wenn die Mädchen um ihren Trainer Fritz Ledderboge der Mannschaft aus Irxleben den Vortritt lassen mussten, gegen Haldensleben, die auf Platz drei kamen, hielten sich die Gymnasiasten schadlos. Wobei jedes der Mädchen, wie auch Andrea Schlaugat bemerkte, diesmal zehn Prozent mehr als sonst gaben. Aus gutem Grund, denn Handball-Ikone van Olphen hatte mit Robert Weber und Gerrie Eiljers zwei Leistungsträger des Bundesligisten mitgebracht, die vom Turnier begeistert waren. Das war aber nicht ihr einziger Part an diesem Nachmittag. Gemeinsam mit den Fußballgrößen Matthias Tischer und Daniel Halke vom Regionalligisten 1. FC Magdeburg schrieben die drei Handballer ungezählte Autogramme. Das Fazit der fünf Leistungssportler nach einer "geschriebenen" Stunde: "Wir kommen gern wieder nach Wolmirstedt für einen guten Zweck".

Das war das Stichwort für Andrea Schlaugat: "Ein gelungenes Rahmenprogramm ist wichtig für eine Benefizveranstaltung. Doch wollen wir helfen, muss auch Geld in die Kasse kommen."

Und da waren die Ideen, die die Schüler entwickelten, riesig. Es gab einen Flohmarkt, einen Kuchenbasar, einen Getränkestützpunkt… insgesamt neun Stände wurden gezählt. Das Highlight aber war die Tombola, an der sich eine nicht endende Schlange bildete. Das Ergebnis, alle Lose fanden ihren Käufer – und bis auf den Hauptpreis, ein Trikot des SCM mit allen Autogrammen der Spieler, das nicht abgeholt wurde – alle Preise den Besitzer. "Kassensturz" wird am kommenden Freitag gemacht, dann soll auch die Spende in Magdeburg an Karin Frey und Kirsti Gräf vom Luisenhaus, die am Freitag auch in Wolmirstedt weilten, übergeben werden.

 

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