Wolmirstedt (gbi). Einmal im Jahr führen Kinder des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt ein Musical auf. Am Sonntag war es wieder soweit. Diesmal hatten über 30 Kinder die Geschichte vom verlorenen Sohn in Szene gesetzt, eine biblische Geschichte, aus dem Herzen erzählt und mit frecher Musik gestaltet.

Der übermütige Simon verlangt das Erbe seiner Eltern und zieht in die Welt. Die lassen ihn gehen, schweren Herzens. Simon verjubelt das Geld, findet beim Verjubeln viele Freunde, doch als das Geld alle ist, sind auch die Freunde verschwunden. Simon findet sich im Schweinestall wieder. Hungrig und ungewaschen, versucht er zu hüten, was zu hüten geht und erkennt in all seinem Elend, worauf es im Leben ankommt. Er wagt sich nach Hause und seine Eltern sind außer sich vor Glück. Simon ist geläutert, voller Demut, und alle feiern. Dann erklingt der Schlussakkord dieses Musicals, und heftiger Applaus honoriert die Leistung der über 30 Kinder.

Pfarrerin Esther Spenn hielt, wie immer, die Fäden in der Hand. "Diesmal wurde ich allerdings von Reinhard Jerchel unterstützt" sagt sie, "einem ehemaligen Musiklehrer". Dreimal haben die Kinder in Behnsdorf geprobt, zuletzt allerdings ein ganzes Wochenende lang im Wolmirstedter Bildungs- und Freizeitzentrum.

Nach dem Schlussapplaus stand den Kindern die Freude ins Gesicht geschrieben. "Es hat sehr viel Spaß gemacht", strahlt der elfjährige Julian Sähle, der die Hauptrolle des verlorenen Sohnes gespielt hat. Und er verrät außerdem: "Nein, dass ich vom Stuhl gefallen bin, das war nicht geplant." Glücklicherweise ist ihm bei diesem Unfall nichts passiert. Das Kuriose war, dass viele Zuschauer dachten, dieser Sturz gehöre zum Stück. Julian alias Simon stürzte nämlich just in dem Moment, als er "volltrunken" auf einem Stuhl in der "Kneipe" große Reden schwang. Er hofft, dass bei den kommenden Aufführungen in Haldensleben, Flechtingen und Behnsdorf alles glatt geht.